14.10.2014
Ronny Kretschmer
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Kampf um die Puschkinschule

Puschkin-Denkmal vor der Schule
Neuruppin

Seit Monaten kursieren in der Fontanestadt Gerüchte, dass die Oberschule »Alexander Puschkin« am jetzigen Standort verschwinden soll. Die Stadtverwaltung plant aus haushälterischen Erwägungen heraus, die Oberschulen »Theodor Fontane« und »Alexander Puschkin« am Standort der Fontaneschule zusammenzuführen - jährliche Einsparsumme: 80.000 Euro.

Zum Hintergrund: Die Puschkinschule ist von den Eltern übernachgefragt. In den vergangenen Jahren musste immer wieder die Aufnahme von Schülern abgelehnt werden. An der Fontaneschule gibt es dagegen freie Kapazitäten, große Teile des Gebäudes stehen frei. An beiden Schulen wird gute Arbeit geleistet, auf Grundlage unterschiedlicher Konzepte.

Im Zuge der angespannten Haushaltslage der Fontanestadt wurden nun Einsparpotentiale ausgemacht, wenn beide Schulen am Standort der Fontaneschule zusammengeführt werden bzw. fusionieren. Dagegen regte sich Widerstand. Eltern und Schüler der Puschkinschule liefen Sturm und sammelten mehr als 5.000 Unterschriften zum Erhalt des Schulstandortes. Die Schulkonferenzen der Puschkin- wie auch der Fontaneschule lehnten das Vorhaben ab. Trotzdem wuchs die Verunsicherung, und das in einer Zeit, in der das Anwahlverfahren für das Schuljahr 2015/16 längst läuft. Die Verwaltung hatte in mehreren Mitteilungsvorlagen angekündigt, dass den Abge- ordneten nach der parlamentarischen Sommerpause eine Beschlussvorlage vorgelegt wird.

Als dies nicht erfolgte, handelte die Fraktion der LINKEN im Stadtparlament und legte ihrerseits einen Beschlussvorschlag vor, der eine Ablehnung der Aufgabe des Schulstandortes der Puschkinschule vorsah. Außerdem forderte die Fraktion, die Schulentwicklungsplanung der Fontanestadt fortzuschreiben.

Sonderausschuss tagte

Eine Sondersitzung des Schul-, Kultur- und Sozialausschusses fand nunmehr am 7. Oktober statt - ausführlich wurde diskutiert. Letztendlich ist der Ausschuss mehrheitlich dem Ansinnen des Antrages der Fraktion der LINKEN gefolgt und hat zunächst beschlossen, dass der Schulstandort der Puschkinschule im Schuljahr 2015/16 gesichert bleibt und eine breit angelegte Diskussion zur Schulentwicklung in Neuruppin zur Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung gestartet wird.

Folgt die Stadtverordnetenversammlung am 3. November dem Votum des Fachausschusses, ist zumindest in der nächsten Zeit der »Schulfrieden« in der Fontanestadt wiederhergestellt und Zeit gewonnen für eine sachliche Diskussion.

Ronny Kretschmer

Fraktionsvorsitzender DIE LINKE