03.09.2014
Ralf Christoffers
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Kleine Unternehmen weltweit

Ralf Christoffers: Wettbewerbsfähigkeit ist von Forschung abhängig

Wirtschaftsminister Ralf Christoffers am 18. August bei der BK Kunststoffe Bernau GmbH: Hochspezialisierte Teile exportiert.
Bernau/Barnim

Die BK Kunststoffe Bernau GmbH ist ein Beispiel für eine Vielzahl von innovativen mittelständischen Unternehmen in Brandenburg und für Anforderungen, die heute an Wirtschaftsförderung gestellt werden. Das Unternehmen fertigt spezielle Bauteile aus Kunststoff für den Maschinenbau, für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Das Anforderungsprofil an die Bauteile ist sehr hoch zum Beispiel bei Reißfestigkeit und Gleitfähigkeit. In der Industrie gibt es die Tendenz, dass Massenfertigkeit verbunden wird mit einer gleichzeitigen Individualisierung der Produkte. Das heißt zum Beispiel, dass bei der Automobilherstellung – in Brandenburg in Ludwigsfelde – die Autos nach individuellen Vorstellung der Kunden verschieden ausgestattet werden. Möglich wird das unter dem Stichwort „Industrie 4.0". Dahinter verbirgt sich das Zusammenwachsen internetbasierter Lösungen, deren technischer Standard es erlaubt, heute eine Vielzahl von Daten aufzunehmen und zu verarbeiten. Dadurch können Maschinen- und Verarbeitungsanlagen untereinander kommunizieren und den Produktionsprozess individualisieren.

Deshalb müssen mittelständische Unternehmen heute eigene Forschungs- und Entwicklungskapazitäten aufbauen und zugleich Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen eingehen. Das ist in Brandenburg kein Einzelfall. Das durch die LINKEN geführte Brandenburger Wirtschaftsministerium hat deshalb 41 Prozent der dem Land zur Verfügung stehenden Wirtschaftsmittel der Europäischen Union (EU) für angewandte Forschung, Technologieentwicklung und Technologietransfer bereitgestellt. Es geht im Kern um die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und den Technologietransfer in Unternnehmen.

Die Wettbewerbssituation solcher Unternehmen wie der BK Kunststoffe GmbH wird nicht nur vom deutschen Markt bestimmt, sondern ist europäisch und international. Deshalb ist eine Unterstützung zum Markteintritt in internationale Märkte in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Dazu bietet das Brandenburger Wirtschaftsministerium ein abgestimmtes System von Messeförderung bis zu Unternehmerreisen innerhalb Europas, aber auch nach China, Südafrika und die USA als Unterstützung an. 2013 organisierten wir die größte Unternehmensdelegation aus der Bundesrepublik nach Südafrika mit mehr als 50 Teilnehmern. Auf solche Reisen laden wird sowohl Wirtschaftsunternehmen als auch Forschungseinrichtungen ein, so dass sowohl Forschungs- als auch Wirtschaftskooperationen entstehen. Mit Südafrika entstanden zum Beispiel Kooperationsvereinbarungen der Universitäten Cottbus und Potsdam mit südafrikanischen Universitäten.

Die BK Kunststoffe GmbH ist ein für Brandenburg typisches Mittelstandsunternehmen mit 25 Mitarbeitern. In Brandenburg gibt es die Spezifik, dass die Betriebsgröße der Mehrzahl der Unternehmen unterhalb des bundesdeutschen Durchschnitts liegt. Deshalb muss die Eigenkapitalausstattung der klein- und mittelständischen Unternehmen weiter ausgebaut werden. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium hat dafür in den letzten Jahren weitere Fonds in der Form von Darlehensfinanzierungen, Beteiligungen und Bürgschaften aufgelegt.

Wir sind als LINKE 2009 in die Regierung mit dem Anspruch eingetreten, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft miteinander zu verbinden. Mit solchen Entscheidungen und Instrumenten haben wir dazu einen Beitrag geleistet.Diese Herangehensweise wollen wir auch in einer weiteren Wahlperiode umsetzen und haben dazu unter anderem in Vorbereitung der neuen Strukturfondsperiode der EU (2014 bis 2020) mit der Europäischen Kommission über die Fortsetzung dieser wirtschaftspolitischen Schwerpunkte verhandelt. Das sind komplizierte Gespräche, weil wir jede einzelne Maßnahme begründen und dabei den Europäischen Rechtsrahmen berücksichtigen müssen. Wir konnten als LINKE hierbei Spielräume ausreizen.

Das Land Brandenburg zählt nicht mehr zu den strukturschwächsten Regionen in Europa, das ist ein Erfolg.