03.09.2014
Michael Luthardt
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Dörfer haben Zukunft

Michael Luthardt: 5 Jahre Engagement für den ländlichen Raum

Chorin/Barnim

„Du bist wohl vom Dorf!" – diese Äußerung ist auf dem besten Wege, eine besondere Anerkennung auszudrücken. Denn wer auf dem Dorf lebt ist nicht von gestern und hier gibt es Entwicklungen für die Zukunft, die noch von sich reden machen werden.

Brandenburg ist ein von ländlichen Regionen geprägtes Land, auch wenn es eine große Stadt in seinem Zentrum hat, die auch auf das Umland ausstrahlt. Ich habe mich in den zurückliegenden 5 Jahren im Landtag, im Kreistag und natürlich auch in der Gemeindevertretung Chorin dafür stark gemacht. Für die Landtagsfraktion DIE LINKE war ich Sprecher für Agrarwirtschaft und ländliche Räume und im Kreistag habe ich den Landwirtschafts- und Umweltausschuss geleitet.

Besonders prägend war in dieser Zeit die Diskussion um den Übergang von der alten zur neuen Förderperiode der Europäischen Union für die ländlichen Räume. Trotz der unumgänglichen Tatsache, dass Brandenburg nicht mehr den Höchstfördersatz erhalten wird, haben wir gut verhandelt und es wird noch 85 Prozent der Mittel geben. Es wurde verhindert, dass es eine Kappung der Beihilfen für größere Landwirtschaftsbetriebe, welche im Osten Deutschland schon immer vorherrschen, geben wird. Wir können weitere interessante Projekte zur Entwicklung unserer Dörfer auf den Weg bringen. Besonders habe ich mich für die Förderung von klein- und mittelständigen Betrieben zur Verarbeitung von Landprodukten und ihrer Vermarktung eingesetzt, aber auch der weiteren Entwicklung der touristischen Infrastruktur. Denn Naturtourismus ist besonders für uns im Barnim eine echte Wachstumsbranche. Einen entsprechenden Antrag habe ich vorbereitet und dieser wurde im Mai 2014 durch den Landtag verabschiedet.

Interessant und wichtig ist, dass es in der neuen Förderperiode auf Initiative der LINKEN eine sogenannte Mischachse geben wird. Aus Mitteln der Regionalfonds und des Landwirtschaftsfonds werden Projekte für kleinere Landstädte und ihrer Umlandgemeinden gefördert. Denn gerade diese Städte haben eine wichtige Ankerfunktion für den ländlichen Raum.

Besonders stolz bin ich darauf, dass nun endlich alle bisher nicht mit schnellem Internet versorgten Gemeinden ans Netz kommen. Dies war ein wichtiger Punkt, als ich 2009 zum ersten Mal für den Landtag kandidiert habe. Es ist dem Handeln unseres Wirtschaftsministeriums zu verdanken, welches von einem Minister der LINKEN geleitet wird. Dieses Thema hat mich die ganze Zeit umgetrieben, denn schnelles Internet gehört für mich gerade auf dem flachen Land zur Daseinsvorsorge.

Dazu zählt natürlich auch der öffentliche Personennahverkehr. In den Jahren der rot-rot Regierung wurde keine Eisenbahnstrecke stillgelegt oder Fahrpläne ausgedünnt. Doch wir müssen uns noch viele Gedanken machen, denn besonders im Oberbarnim haben wir es nach wie vor mit schrumpfenden Gemeinden zu tun. Ein prägnantes Beispiel dafür ist die Kleinstadt Oderberg. Zug- und Busverkehr müssen im Zusammenspiel von Land und Landkreis noch besser aufeinander abgestimmt werden.

Die ärztliche Versorgung auf den Dörfern ist auch für die Zukunft ein Problem. In meiner Gemeinde Chorin habe ich mich für die Neubesetzung unserer Landarztpraxis eingesetzt – da sind wir auf einem guten Weg. Und wir haben im Dorf eine neue Kita gebaut – das sichert besonders für junge Leute die Attraktivität des Lebens auf dem Lande.

Ganz wichtig für das soziale Miteinander sind auf den Dörfern die Vereine. Hier finden viele Leute in der Freizeit ein Betätigungsfeld. Ich habe mehreren Vereinen geholfen und ihre Arbeit unterstützt. Die Erhaltung der Dorfgemeinschaftshäuser als Ankerpunkt in den Gemeinden habe ich mir auf die Agenda geschrieben.

Ich selbst lebe gerne auf dem Lande und möchte, dass unsere Dörfer in der herrlichen Kulturlandschaft Brandenburgs und speziell des Barnims eine Zukunft haben. Dafür möchte ich auch in der nächsten Legislaturperiode des Landtages alles Erdenkliche tun.