03.09.2014
Margitta Mächtig
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Bessere Betreuung

Mehr Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas/weitere Verbesserungen nötig

Margitta Mächtig in der Kita „Arche Noah“ Eberswalde. Am 14. August feierten die Kinder ein Bauernhoffest. Eingeteilt zum Backen der Waffeln, blieb trotzdem noch Zeit für ein Tänzchen.
Eberswalde/Barnim

Dass DIE LINKE der frühkindlichen Bildung und Erziehung besondere Aufmerksamkeit widmet, ist nicht neu. Deshalb hatte die Landtagsfraktion vor der Sommerpause beschlossen, dass jede/r Abgeordnete in der Sommerpause des Parlaments einen Praxistag in einer Kita absolviert und viele von uns haben dies auch getan. Mein Kollege Dr. Michael Luthardt war beispielsweise in der neuen Kita in Chorin und ich in der Kita „Arche Noah" in Eberswalde. Und auch wenn ferienbedingt weniger Kinder in den Einrichtungen waren, so wurde schnell klar, dass unser Ziel 1 Betreuer für 6 Kinder im Bereich der 0- bis 3-Jährigen und 12 Kinder pro Erzieher/in in der Altersgruppe 3-6 Jahre trotz erheblicher finanzieller Mehraufwendungen noch nicht erreicht ist. Der Hauptgrund dafür liegt, in der aus Sicht der LINKEN, völlig unsinnigen Regelung der differenzierten Stundenregelung für die Kinder als Grundlage für den Personalschlüssel. Aber auch die noch nicht ausreichende Berücksichtigung der Leitungsstunden sowie Kranken- und Urlaubstage der Betreuerinnen und Betreuer bei der Berechnung des Betreuungsschlüssels sind noch zu beseitigende Gründe.

DIE LINKE ist der Auffassung, dass die Betreuungszeiten für Kinder unabhängig von der Arbeitszeit der Eltern zu sichern sind, weil jedes Kind einen uneingeschränkten Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung haben soll. Bildung beginnt in der frühen Kindheit. In Brandenburg wird traditionell großer Wert auf frühkindliche Bildung und Erziehung gelegt. Dank der LINKEN wurde der Betreuungsschlüssel in den Kitas in dieser Wahlperiode verbessert. Die Zahl der Kita-Plätze und der Kindertageseinrichtungen ist in den vergangen Jahren deutlich gestiegen. Inzwischen besuchen fast die Hälfte aller Kinder unter 3 Jahren und nahezu alle Kinder zwischen 3 und 6 Jahren eine Kindertageseinrichtung.

Unser Ziel bleibt, den Betreuungsschlüssel weiter zu reduzieren. Bei den 0-3 Jährigen streben wir ein Verhältnis von 1:5 und bei den 3-6 Jährigen von 1:11 an, denn das Zusammensein mit den Kindern ist nicht die ganze Arbeit – pädagogische Tätigkeit verlangt gründliche Vor- und Nachbereitung. Die kann nicht nebenbei erledigt werden – ebenso wenig wie Leitungstätigkeit in Kindereinrichtungen. Die Qualifikation der ErzieherInnen wollen wir durch spezialisierte Bildungsangebote im Hochschulbereich verbessern. Im Barnim haben wir derzeit mehr als 80 Kindertagesstätten und eben so viele Tagesmütter und trotzdem gibt es insbesondere im berlinnahen Raum weitere Betreuungsbedarfe, die es in den kommenden Jahren zu befriedigen gilt.