02.09.2014
Christa Horstmann
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

24 Sommer Freude organisiert

Neuruppin

Die 24. Saison der Rheinsberger Kammeroper ist zu Ende. Mit der konzertanten Aufführung der Matthus-Oper »Judith«, mit der Operngala, dem »Singenden See«, den Opern »Mavra/Mozart und Salieri«, mehreren Konzerten und schließlich der »Zauberflöte« von Mozart (und sie wirklich im Heckentheater!) waren es wieder glanzvolle Erlebnisse.

Vielleicht ist manch einem Besucher in der letzten, ebenfalls ausverkauften »Zauberflöte« noch einmal so richtig deutlich geworden, was diese 24 Opernsommer für Mühe, für Aufwand, für Sorgfalt und Überlegung gekostet haben. In jedem Winter und zeitigem Frühjahr wurden unter vielen hundert Sängerinnen und Sängern, die sich im Laufe der Jahre und der wachsenden Bekanntheit des Rheinsberger Festivals für junge Sänger wahrhaftig aus aller Welt zum Vorsingen meldeten, die jeweils wenigen (in diesem Jahr von über 400 gerade mal 27) ausgewählt. Wunderschöne Aufführungen haben wir miterlebt.

An diesem letzten Abend im August 2014 gab es am Schluss noch einen besonderen Höhepunkt: Für die 24 Rheinsberger Opernsommer wurde Prof. Siegfried Matthus, der weit bekannte Komponist, Regisseur, »Sängervater« (wie er liebevoll genannt wird), der im Kreis wohnte, in Rheinsberg die Oberschule besucht hat und auch danach seine Liebe für die Stadt bewahrte, geehrt - und verabschiedet. Sein Sohn Frank Matthus - vielen seit Jahren bekannt vor allem durch den Netzebander Theatersommer mit interessanten, ganz »anderen« Aufführungen - hat den Staffelstab Kammeroper übernommen. Übrigens jetzt auch nach kürzlich erfolgter Fusion mit der bekannten Rheinsberger Musikakademie.

Selten wohl hat eine Verabschiedung so das Publikum, die jungen Künstler auf der Bühne und die, die es betraf, so berührt. Auf Grund der beinahe Herbsteskälte gegen Mitternacht wurde alles sehr kurz gehalten. Die beiden Bürgermeister Rau und Richter (der heutige und der ehemalige), die langjährige Vorsitzende Niemann des verdienstvollen Rheinsberger Kunstvereins (die den Oberschüler Matthus schon kannte), und auch der Vertreter des Landesministeriums Gorholt fanden für das künftige Ehrenmitglied der Kammeroper S. Matthus herzliche Anerkennung. Und schließlich gaben sich Vater und Sohn mit Worten, die offensichtlich ein selten gutes und gleichzeitig kritisches Verhältnis charakterisierten, gegenseitig auch einiges auf den Weg. Wir dürfen gespannt sein auf das 25. Kammeropern-Jahr!