18.08.2014
Achim Müller
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Man wusste Bescheid

Alt Ruppin

Im vorigen Jahr ging ein Aufschrei durch die Medien. Die USA spionieren systematisch nicht nur ihre Feinde, sondern auch ihre engsten Verbündeten aus. Selbst das Handy der Kanzlerin ist für die Geheimdienste kein Tabu. Die Empörung unserer Regierenden war groß, und es wurde Erstaunen gezeigt. Aber war dieses Erstaunen wirklich echt?

Bereits zu Beginn der 70er Jahre hatte die Aufklärung des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) der DDR mitbekommen, dass die NSA gegen die eigenen Verbündeten der USA Spionage betreibt. Das MfS registrierte deren Lauschangriffe in der Bundesrepublik und verfolgte exakt den Aufbau des größten Überwachungssystems der Welt.

Der vielen gut bekannte Genosse Klaus Eichner, ehemaliger Chefanalytiker der DDR-Aufklärung im MfS, hat in einem sehr lesenswerten Buch (»Imperium ohne Rätsel« - 9,99 €) erschienen bei »edition ost Im Verlag Das Neue Berlin«, Erkenntnisse und die Hintergründe plausibel dargelegt und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung.

Er beweist auch, dass alle gesammelten Beweise des MfS über die NSA zu Beginn der 90er Jahre von der Gauck-Behörde dem Bundesinnenministerium übergeben und in die USA verbracht wurden. Soviel zur Überraschung der Regierenden - war damals nicht Schäuble Bundesinnenminister und Gauck Behördenleiter?