26.06.2014
Ralf Christoffers
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Gut zu Wasser

Barnim

Im Reiseland Brandenburg sind die Unternehmen in diesem Jahr optimistischer als zuvor. Die Tourismusbranche ist auf dem richtigen Weg und sieht das auch selbst so, das zeigt eine entsprechende Umfrage der Industrie- und Handelskammern.

Das Land Brandenburg hat viel zur Entwicklung des Wassertourismus beigetragen. Der Werbellinkanal ist fertig gebaut, der Lange Trödel bei Zerpenschleuse wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr fertig saniert. Dafür hat das Wirtschaftsministerium 14 Millionen € Förderung ausgereicht, die Kommunen haben sich mit 8 Millionen € am sogenannten WIN-Projekt beteiligt.

Gemeinsam mit den Kammern und dem Wirtschaftsverband Wassersport Berlin-Brandenburg, der rund 400 Unternehmen repräsentiert, erarbeitet das Wirtschaftsministerium gerade ein Gutachten, mit dem wir die wirtschaftlichen Potenziale des Wassertourismus darstellen wollen. Diese Positionierung ist wichtig – wir können damit der Bundesregierung etwas entgegensetzen, die die Wirtschaftsleistung von Wasserstraßen ausschließlich über Bruttoregistertonnen bewertet. Wir wollen in Brandenburg eine angemessene Betrachtung anderer Wirtschaftszweige erreichen. Denn der Bund organisiert sich zurzeit neu und es besteht sehr wohl die Gefahr, dass er die Verantwortung für touristisch relevante Wasserstraßen abgeben möchte. Hier müssen wir die Frage beantworten, wer sie übernehmen und wie finanzieren soll.

2014 hat die neue Förderperiode der Europäischen Union auch für die EFRE-Mittel (Fonds für regionale Entwicklung) begonnen. Diese lassen sich nun nicht mehr so einfach für den Wasserstraßenausbau einsetzen. Wir suchen also nach umfassenden Lösungen, die die Brandenburger Wasserstraßen für Wirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz – und eben auch für Tourismus erhalten.