10.06.2018
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Erschienen in: HavelBrandung (DIE LINKE.Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel, Brandenburg)

Schule ohne Rassismus – wir lassen uns nicht einschüchtern

Am 09. Mai beging das Von-Saldern-Gymnasium seinen alljährlichen Europatag. Dabei war eine der von Schüler*innen organisierte Veranstaltung eine Diskussionsrunde mit Politiker*innen zum Thema „Sicherheit in Europa“. Geladen waren die Bundestagsabgeordneten Anke Domscheit-Berg (für DIE LINKE), Dietlind Tiemann (CDU) und Linda Teuteberg (FDP) sowie die Landtagsabgeordneten Ralf Holzschuher (SPD) und Marie-Luise von Halem (Grüne).

Für die meiste Aufregung sorgte aber bereits im Vorfeld der Bundesvorsitzende der rechtspopulistischen Partei AfD, Jörg Meuthen. Dieser ist dafür bekannt, dass er sich seltener zu offen rassistischen Aussagen hinreißen lässt. Vielmehr vermengt er Abstiegsängste von Menschen mit Fremdenfeindlichkeit. Viele der Schüler*innen durchschauen dies, dafür mag die Diskussion gut gewesen sein.

Und auch obwohl Meuthen recht blass in der Debatte wirkte, generierte sein Auftritt eine Menge Aufmerksamkeit für ihn und seine Partei. Erneut können sie es sich in ihrer geliebten Opferrolle des Außenseiters bequem machen. Der Medienandrang zeigte, dass diese Strategie funktioniert. Lediglich eine kleine Gruppe linker junger Menschen stand vor dem Gymnasium und artikulierte offen ihre Ablehnung. Auch intern soll es einige Schüler*innen gegeben haben, die der Einladung von AfD-Mitgliedern kritisch gegenüber standen, sie wollten sich jedoch nicht öffentlich äußern.

Hinter den Kulissen berichteten sie aber, dass Druck auf sie ausgeübt wurde, ihre Meinung zurückzuhalten und die Verantwortlichen für die vorab verteilten Flyer zu benennen. "Mir wurde von einer Lehrerin angeboten schulische Vorteile zu erhalten, wenn ich ihr verrate, wer hinter den Flyern gegen die AfD steckt", berichtete ein Schüler des Gymnasiums. "Dafür, dass wir friedlich unsere Meinung kundgetan haben, gab es eine Menge Ärger." Ein solches Vorgehen der Schule ist zu verurteilen. Laut Aussage der Demonstrant*innen auf der Straße zeigte Schulleiter Reuß sie an, weil sie ein Plakat mit der Aufschrift „Schule mit Rassisten, Schulleiter ohne Courage“ hochhielten.

Das mag nicht jedem gefallen, jedoch beteuerte Reuß vorab, dass die Schüler*innen sich selbst eine Meinung bilden können sollten und dass es daher auch okay sei, die AfD einzuladen. Wenn dies ernst gemeint ist, muss man aber auch alle Meinungen zulassen und Gegenwehr aushalten. Auch das gehört zur Demokratie!