06.02.2018
Bella Branne
Erschienen in: HavelBrandung (DIE LINKE.Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel, Brandenburg)

Bella gibt ihren Senf dazu

neulich kamen zwei meiner Kundinnen auf den „Schwarzen Kanal“ zu sprechen. Ick war perplex: „Wat interessiert euch denn heute noch diese Hetzsendung von Sudel-Ede? Die ist doch Asbach uralt. Als die abjeschafft wurde, wart ihr noch halbe Kinder.“ Jut, die letzte Bemerkung war pure Schmeichelei, denn Susi und Marlies haben mittlerweile die Fünfzig weit überschritten, aber ein bisschen schmeicheln jehört nun mal zu meinem Berufsprofil als Friseurin inne Scharfe Schere.

„Olle Karl-Eduard von Schnitzlers Kanal meinen wir doch jar nich“, sagte Susi. „Noch nix vom Schwarzen Kanal Brandenburg jehört?“, fragte Marlies. „Jetzt übertreibt ihr aber“, sagte ick, „das eine war üble, unrechtsstaatliche Propaganda, das andere ist saubere, rechtsstaatliche Medienarbeit.“ Natürlich wollt' ick die beiden mit diesen abjelutschten Formulierungen nur aus der Reserve locken – und das klappte auch.

„Wie naiv bist du eigentlich?“, empörte sich Susi. „Der alte Kanal ließ an den Kapitalisten kein gutes Haar, der neue macht das selbe mit den Sozialisten, von Kommunisten janz zu schweigen.“ Und Marlies ergänzte: „Janz simplet Muster: Je mehr du deine Gegner int Zwielicht rückst, desto strahlender stehn deine Freunde da. Hast du in unserem Kanal schon jemals ein kritisches Wort über die Brandenburger Christdemokraten jehört? Oder auf der anderen Seite ein jutet Wort über die Bürgerinitiative Packhof?“ Und Susi fügte hinzu: „Pikantet Detail: Der Meister dieser Schwarz-Weiß-Malerei kommt aus dem tiefsten Westen. Wie sagt man so schön: Vom Wessi lernen, heißt siegen lernen.“ Da ist leider sehr viel Wahres dran, meint