30.11.2017
Renate Vehlow
Erschienen in: Mittelmark links (k² Potsdam, Landkreis Potsdam-Mittelmark, Brandenburg)

Bürger machen Druck

4989 Unterschriften für eine bessere Bahnanbindung von Götz und Groß Kreutz

Unterschriften-Übergabe am Bahnhof Götz.
Götz, Groß Kreutz

Der Regionalexpresses RE1 von Magdeburg über Werder (Havel), Potsdam, Berlin bis nach Frankfurt (Oder) soll öfter an den Bahnhöfen Götz und Groß Kreutz halten und der ABC-Ticketbereich soll bis Brandenburg an der Havel ausgedehnt werden. Das sind die zwei Kernforderungen einer Bürgerinitiative vor Ort, die Mitte Juli 2017 eine Unterschriftenaktion gestartet hatte. Bis Anfang Oktober waren bereits fast 5000 Unterschriften gesammelt.

Auch darum kam der RBB mit dem bekannten blauen Vor-Ort-Robur-Bus am 06.10.2017 direkt zum Bahnhof Götz, wo an diesem Tag dem Bürgermeister Reth Kalsow aus Groß Kreutz die Listen übergeben wurden. In RBB Aktuell wurde am 08.10.2017 über die Forderungen und Aktivitäten berichtet und darüber, dass über 1248 Menschen täglich in die Region hinein und 3028 nach Berlin und Potsdam hinaus pendeln. Durch den Zuzug werden es immer mehr. Die Taktverdichtung könnte viele Effekte für die betroffenen Städte und Orte mit sich bringen. So fahren gegenwärtig viele – bevor sie überhaupt einen Zug besteigen können - extra zum Parken nach Brandenburg oder Werder (Havel), da dort die Züge öfter halten. Durch den angestrebten zusätzlichen Halt in Groß Kreutz und in Götz würden sich auch diese Fahrwege und -zeiten für die Pendler verringern.

Nebeneffekt wäre eine Entlastung der Parksituation in Werder und Brandenburg, so Peter Hinze, Kreistags- und Stadtverordneter der LINKEn aus und in Werder. Auch bemerkte er, dass mit einer Taktverdichtung die Wartezeiten an der geschlossenen Bahnschranke in Werder weiter anwachsen würden. Darum fordert er, den geplanten Bahntunnelbau in Werder (Havel) zu beschleunigen. Das wurde von den anwesenden Bürgerinnen und Bürger mit Beifall aufgenommen.

Die Situation ist aber so, dass eine kurzfristige Lösung zum Halt an den genannten Bahnhöfen und damit zur Taktverdichtung, nicht umzusetzen sei, da damit der gesamte Fahrplan nach Berlin und in Berlin verändert werden müsste, so der Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher (SPD). Die Initiative macht weiterhin Druck und auch die anwesenden Landtagsabgeordneten und Bürgermeister versprachen den Bürgerinnen und Bürgern, dieses Thema in den Ministerien und Ausschüssen des Landtages weiter zu thematisieren und Lösungen im Interesse der Pendler aus dieser Region zu beraten.

Nun haben die Landesregierungen Berlin und Brandenburg am 04. Oktober 2017 eine Rahmenvereinbarung zum Entwicklungskonzept für die Infrastruktur des Schienenverkehrs „i20230“ verabschiedet. Sie ist ein wichtiger Schritt, um möglichst schnell Verbesserungen im Schienenverkehr zu erzielen, weil sich die Mobilitätsbedürfnisse in den Ländern geändert haben, so die Fraktion der Linken im Landtag Brandenburg. Wir bleiben dran.