08.04.2017
Kathrin Menz, Sprecherin der Kreistagsfraktion DIE LINKE
Erschienen in: Mittelmark links (k² Potsdam, Landkreis Potsdam-Mittelmark, Brandenburg)

Grünes Licht für Teltow - im Süden stehen die Ampeln noch auf Rot

Gesamtschule in Teltow kommt, Entscheidung zwischen Treuenbrietzen und Brück beibt weiter offen

Möglicher Standort für die neue Teltower Gesamtschule.
Potsdam-Mittelmark

„Die Gesamtschule für den Raum Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf ist nach dem Kreistag am 30.3. nun verbindlich auf dem Weg. Das ist wohl das wichtigste Ergebnis unserer Beratungen, weil Eltern und Kinder der Region dringend auf Plätze für ihren Weg nach der 6. Klasse warten.“ kommentierte Kathrin Menz, Fraktionsvorsitzende der LINKEN nach der Kreistagssitzung. Sie weiß genau, wovon sie spricht, hat sie doch als Vorsitzende des Bildungsausschusses die langen Auseinandersetzungen um den Standort wesentlich geführt. Während die Verwaltung einen privaten Schulträger favorisierte, auch bereit war, Schulgeldzahlungen durch die Eltern in Kauf zu nehmen, hatte DIE LINKE - vor allem mit Kathrin Menz im Bildungsausschuss - immer dafür gestritten, dass der Landkreis seine Verantwortung wahrnimmt und eine öffentliche Gesamtschule errichtet. Der Dauerdruck seit April 2016 war wirksam, weil auch die Elternsprecher aller (!) Grundschulen der Region sich sehr konkret und immer wieder zu Wort meldeten – auch direkt im Kreisausschuss und in der Einwohnerfragestunde des Kreistags.

Zuletzt waren sie Gast der Fraktion DIE LINKE - drei Tage vor der entscheidenden Kreistagssitzung. Sie fordern nun gemeinsam mit der LINKEN Fraktion, dass diese Schule im Herbst 2018 an den Start gehen muss. Der Kreistag im Juni wird die notwendigen Beschlüsse fassen müssen.

Zu einer unendlichen Geschichte mit ungewissem Ausgang scheint dagegen die Entscheidung über einen Gesamtschulstandort im Süden des Kreises zu werden. Das Hin und Her um eine Erweiterung der Oberschule in Brück oder die Umwandlung des Gymnasiums in Treuenbrietzen zieht sich nun schon zwei Jahre hin (MML berichtete). Das Ziel der Linksfraktion war: Es muss nun endlich eine Entscheidung getroffen werden. Die Eltern und ihre Kinder müssen wissen, woran sie sind. In den letzten Tagen und Stunden buchstäblich bis ganz kurz vor Beginn der Kreistagssitzung trafen noch Briefe und Mails, Unterstützerschreiben und Ablehnungen bei den Kreistagsabgeordneten ein. Die Schüler des Burgwall-Gymnasium verfolgten die Diskussion von der Tribüne. Sicher mit zunehmenden Unverständnis, wenn schon die Kreistagsabgeordneten den verschiedenen, unausgereiften Voten aus der CDUSPD- Koalition kaum folgen konnten. „Hier sah man das verzweifelte Ringen, ein Platzen der Koalition zu verhindern“ kommentierte der Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Thomas Singer. „Es ging in der ganzen Diskussion nie wirklich um die Kinder, um die Wahl zwischen verschieden guten, verschieden modernen Bildungsangeboten. Es ging offensichtlich um Claims und Standortvorteile für den einen oder anderen Ort.“ Als Kompromiss wurde beschlossen, dass sich die Streitparteien bis 1.Juni einigen sollen, wo die Abiturstufe angesiedelt wird. Geschieht das nicht, entsteht die Gesamtschule mit Abiturstufe definitiv in Treuenbrietzen.