20.11.2017
Gerd Klier
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Integration gehört zum täglichen Leben

Pilotprojekt »Kommunen als Initiatoren Entwicklungspolitischer Bildungsarbeit«

Neuruppin

Neuruppin wurde als einzige Stadt Ostdeutschlands ausgewählt, um am Pilotprojekt im Auftrage des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Servicestelle »Kommunen in der einen Welt« teilzunehmen.

Zunächst fand eine Analyse im Bereich Migration und Entwicklungspolitik in Neuruppin statt. Anders als in den beteiligten westdeutschen Städten gibt es in Neuruppin keine Aktionsgruppen oder migrantische Organisationen, welche sich ausschließlich mit dem Thema Migration beschäftigen. Dafür hat Neuruppin eine Vielzahl von sehr engagierten Gruppen in den Bereichen Soziales, Bildung, Sport, Wirtschaft, Kultur und Kirche, welche sich diesem Thema - neben weiteren Themen - annehmen. Somit wird dieses Thema in Neuruppin als normaler Bestandteil des täglichen gesellschaftlichen Lebens betrachtet. Untereinander arbeiten die verschiedenen Akteure aktiv und vertrauensvoll zusammen. Jedoch fühlen sie sich oft von der zuständigen Kreisverwaltung wie auch der Landes- und Bundespolitik allein gelassen, insbesondere bezüglich langfristiger und rechtssicherer Arbeit mit den betroffenen Menschen. Hierzu gehören Hilfen bei der Wohnungssuche, Bildungsangebote für Helfer und Mi-granten einschließlich Sprachangebote und eine sichere finanzielle Grundlage zur Integration in Arbeit, Bildung und der übrigen Gesellschaft.

Es fanden am 14.09. und 17.10.2017 diesbezüglich Workshops statt, um die zukünftige Arbeit möglichst besser zu koordinieren und den Akteuren Unterstützung in ihrer Arbeit zu geben. Am ersten Workshop nahm ich für die Stadt Neuruppin teil.

Es bleibt für Kommunen wie Neuruppin und deren Bürger auch zukünftig eine Herausforderung, Migration und entwicklungspolitische Arbeit zu meistern. Bund und Länder müssen klares, einfaches und verbindliches Recht schaffen, die notwendigen Finanzen und das notwendige Personal zur Verfügung stellen, damit die vielen Ehrenamtlichen, wie auch im Berufsleben (Lehrer, Erzieher, Arbeitgeber, Polizei, Gesundheitswesen, …) eine sichere Grundlage für ihre aufopferungsvolle Arbeit haben und diese nicht durch Politik und Verwaltung wieder zerstört wird.

Gerd Klier
Vorsitzender der Stadtverordneten-
versammlung der Fontanestadt Neuruppin