12.07.2017
Andrea Johlige
Erschienen in: HavelBrandung (DIE LINKE.Brandenburg an der Havel, Brandenburg an der Havel, Brandenburg)

Friedens- und Versöhnungsmarsch in der Autonomen Region Kurdistan

Ein Reisebericht unserer Landtagsabgeordneten Andrea Johlige

Andrea Johlige, MdL

Vom 12. bis 17. April 2017 habe ich als Vertreterin der Linksfraktion im Brandenburger Landtag an einem Friedens- und Versöhnungsmarsch in der Autonomen Region Kurdistan teilgenommen. Initiator der Aktion war das Menschenrechtszentrum Cottbus. An dem Marsch nahmen rund 30 Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern teil, darunter waren der ehemalige Bürgermeister der Stadt Oswiecim (Auschwitz), Janusz Marszałek, und die Pfarrerin der Kathedrale von Coventry, Sarah Hills.

Ziel war es, vor Ort ein Zeichen der Solidarität, für Frieden und Versöhnung zu setzen und den Dialog zwischen den religiösen und ethnischen Gruppen im Nordirak zu befördern. Der Marsch ging ca. 120 km von Erbil nach Alkosh. Ich stieß etwa zur Mitte der Strecke dazu. Wir trafen auf dem Weg die örtliche Bevölkerung, sprachen mit ihnen über das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen, unternahmen Aktivitäten mit Schulkindern und zeigten mit unserer Präsenz Solidarität mit den Kurden und den Geflüchteten. Unter den Gesprächspartnern waren Muslime, Christen und Jesiden, einfache Menschen in ihren Gärten, junge Leute in den Feldern, Frauen und Männer, Mullahs, muslimische und jesidische Scheichs, Lehrer, Politiker und viele Geflüchtete. An besonderen Orten wurden Olivenbäume als Zeichen des Friedens gepflanzt.

In dieser Jahrtausende alten Kulturlandschaft im Nordirak leben Menschen verschiedener Religionen – vor allem Christen, Muslime und Jesiden miteinander. Der Krieg im Irak forderte und fordert unzählige Menschenleben, raubt den Menschen ihre Lebensgrundlagen, zerstört Orte, in denen die Menschen friedlich lebten, und vernichtet Jahrhunderte alte Kulturdenkmäler. Vor allem der Völkermord an den Yeziden hat weltweite Aufmerksamkeit erfahren. Der Brandenburger Landtag hatte sich bereits im Dezember 2016 für die Aufnahme eines Sonderkontingents von Yezidinnen und ihren Kindern außerhalb des regulären Asylverfahrens ausgesprochen.

Der Irak ist ein wunderschönes Land mit großartigen, offenen, gastfreundlichen Menschen. Gleichzeitig ist die Welt dort so gar nicht in Ordnung und die Menschen brauchen Hilfe und Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Vor allem für die vielen Menschen, die durch den Krieg alles verloren haben, und für die vielen Geflüchteten braucht es Lebensperspektiven, und da können wir von hier aus mit wenig Geld viel tun.

Eine ausführlicher Bericht über die Reise mit vielen Fotos ist auf meinem Blog www.andrea-johlige.com zu finden.