27.06.2017
Karin Beier
Erschienen in: KONKRETer (Kyffhäuserkreis, Thüringen)

Wie schnell ist die heutige Zeit?

Kersten erwähnte in ihrer Vorstellung als Spitzenkandidat ganz nebenbei, wie sich ihr politischer Alltag in den letzten vier Jahren verändert hat. Das brachte mich dazu, auch mal nachzudenken, was bedeutet diese Zeit für mich? Beruflich klar, da freut man sich über jeden neuen Schritt in die Selbständigkeit der Kinder (Ich arbeite im Kindergarten). In vier Jahren lernen sie viel für ihr ganzes Leben: Höflichkeit, respektvoller Umgang miteinander, Freundschaften knüpfen, eigene Interessen entwickeln, Achtung vor allen Menschen (wir haben drei Nationalitäten und zwei Kinder mit Down-Syndrom) - kurz, wir machen einen humanistisch ausgerichteten kleinen Erdenbürger aus ihnen. Sport und Musik wird großgeschrieben, mehrfach wurden wir dafür ausgezeichnet.

Weitere vier Jahre später treiben viele keinen Sport mehr, singen kaum noch und sind auch gern mal kleine Rüpel :-)

Das sind beruflich meine Chancen, einen kleinen Teil zur Menschwerdung des späteren Erwachsenen beizutragen. Hier kann ich noch bewußt Einfluß nehmen.

Anders sieht es in meinem politischen Alltag aus. Entsetzt verfolge ich in den letzten Jahren wie aus verschämten Nazis eine gesellschaftlich anerkannte Macht wurde. Allein der Satz: "Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber...." ist fast täglich zu hören. Sympathien für Aktionen der Nazis, Tolerieren der PEGIDA-Aufmärsche und nicht zuletzt dieser Dummschwätzer Höcke mit seiner wachsenden Anhängerschar - all das ist beängstigend, erschreckend und wird immer mehr zum geduldeten Alltag.

Was kann ICH dagegen tun? Offen meine Meinung sagen, Stellung beziehen und in jedem Gespräch Flagge bekennen. Wehret den Anfängen? Nein wir sind schon mittendrin!

Bitte bekämpft diese neuen Rechten, wo auch immer ihr ihnen begegnet. Argumentiert sachlich, klärt auf und behaltet trotz allem euren Optimismus.