29.05.2017
Sabine Schwarz
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Marx und Engels in Hellersdorf

Marx und Engels - als Papier-Denkmal in Hellersdorf
Marzahn-Hellersdorf

Die feierliche Einweihung einer bunten Papierabformung des Originaldenkmals der beiden großen Philosophen, das als Marx-Engels-Forum in Mitte, unweit des Roten Rathauses und dennoch abseits, im Schatten steht, die am 20. Mai 2017 im Rahmen des Kunstprojekts „Mitte in der Pampa“ in Hellersdorf stattfand, war außergewöhnlich, provozierend mit einer künstlerischen Szene zu Brechts „Das große Fressen“, und herzerwärmend.
Es ist eine nicht zu übersehende Aufwertung für das Stelenfeld „Hellwichstorp“ am U- Bahnhof Cottbusser Platz in Berlin-Hellersdorf. Das Künstlerduo Various & Gould ist, wie auch der Schöpfer des kupfernen Originals, Absolvent der Kunsthochschule Weißensee. Die beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht, Denkmäler, die vergessen oder mit der Absicht, ihre Geschichte zu tilgen, weggeschlossen oder einfach, weil nicht mehr zeitgemäß oder dem Zeitgeschmack nicht mehr entsprechend, an die Seite gestellt wurden, wieder ans Licht, ins städtische Umfeld und das heutige Bewusstsein der Menschen zu holen.
In beeindruckenden Worten, die einen gro ßen Bogen von Marx‘ „Kommunistischem Manifest“ bis in die heutige Zeit spannten, beschrieb Jan Kage (Schau Fenster), Autor, Musiker, Moderator und Kurator für die Berliner Kunstszene, in einer Rede gesellschaftliche Zustände in Deutschland und verwies auf die so sehr verschiedenen Lebenswelten. Im Westen, wo sich mit der Wende nicht wirklich viel verändert hatte, und dazu im Gegensatz im Osten, wo sich alles gewandelt hat und nicht unbedingt zum Guten.
Er sprach mit der Aufstellung des Denkmals in Hellersdorf im Zeitraum 19. bis 28. Mai 2017 von einem befristeten Zeitfenster. Das ermöglicht den beiden geistigen Größen, die, wie auch ihre Philosophie, ja gern als überlebt und nicht mehr zeitgemäß beschrieben werden, vielleicht länger sichtbar und möglicherweise nachhaltiger präsent zu sein als gedacht. Selbst wenn auch Wind und Regen in dieser Zeit an ihnen zerren sollten.
Sabine Schwarz ist stellv. Bezirksvorsitzende der LINKEN. Marzahn-Hellersdorf