29.05.2017
Wilfried Maier
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Geburtstagsfeier ohne Marzahner Familie?

Diese Broschüren zum Thema sind beim Verein der Freunde der Gärten der Welt und in einigen Buchhandlungen erhältlich, bei der IGA natürlich auch
Marzahn-Hellersdorf

Die IGA 2017 macht was her, ist aber in einem Punkt auch eine Enttäuschung, meint unser Autor: Schon lange vor dem 9. Mai gab es schöpferische Unruhe. Die „Freunde der Gärten der Welt“ hatten pünktlich zur Eröffnung der IGA ein Buch auf den Tisch gelegt: DIE GÄRTEN DER WELT IN BERLIN-MARZAHN – WIE SIE ENTSTANDEN SIND.
Viele, die damals vor 30 Jahren auf der Baustelle umgegraben, die ersten Bäume gepflanzt und bei der Eröffnung der Berliner Gartenschau am 9. Mai 1987 dabei waren oder später als Kommunalpolitiker, Naturschützer und regelmäßige Besucher das Wachsen und Werden der Gärten begleitet haben, waren gespannt auf die angekündigte Geburtstagsfeier am Dienstag, dem 9. Mai. Lange vorher schon hatte der Verein „Freunde der Gärten der Welt“ eine Liste der Adressen all jener zusammengetragen, die in den ersten Jahren dabei waren. Die Schöpfer der Themengärten, vom Chinesischen bis zum Englischen Garten, waren ohnehin allen bekannt.
Als ich eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung in die Arena mit ihren 5.000 Plätzen kam, empfing mich gähnende Leere. In Erwartung eines großen Ansturms habe ich uns gute Plätze gesichert,
5. Reihe halblinks. Aber - 100, vielleicht 150 Menschen waren am Ende in der Arena – nicht mehr! Offensichtlich hatte die IGA schlichtweg vergessen, das Volk einzuladen. Die Bürgerinnen und Bürger des Bezirks, engagierte Kommunalpolitiker und die vielen an der Entstehung dieser großartigen Anlage Beteiligten.
Wer nun ein würdiges Programm mit Bezug zur Geschichte der Gartenschau und der Gärten der Welt erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Ein Moderator, der wahrscheinlich zum ersten Mal in Marzahn war und seine Texte aus einem Stapel DIN-A-4-Blätter bezog. Reden von Diplomaten zum Teil mit fehlendem Dolmetscher, eine Tanzgruppe aus Reinickendorf und eine sicher nicht billige Bläsergruppe. Nach zwei Stunden sind wir gegangen.
Meine Frage ist, was an dieser Feier organisatorisches Versagen und was Absicht war. Etwa, weil die Berliner Gartenschau zu DDR-Zeiten entstanden ist? Da nimmt der Gastgeber, der IGA-Chef Christoph
Schmidt, in Kauf, die Bürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Dagmar Pohle, nicht zu begrüßen, nicht den langjährigen Stadtrat Heiner Niemann. Beide haben großen Anteil an Geburt und Werden der Marzahner Parklandschaft. Frühere Bürgermeister wie Uwe Klett, Stefan Komoß, Harald Buttler - waren die eingeladen? Und wo blieben Musiker und andere Künstler aus der eigenen Region? Und Dagmar Pohle saß nicht bei den Chefs von GrünBerlin in der 1. Sitzreihe, sondern „unterm Volk“.