30.09.2016
Andrea Pohl
Erschienen in: Erkner–ungefiltert (Erkner, Brandenburg)

Unter aller Sau …

Meinung: Eine „konstruktive“ Diskussion zur Ausgestaltung des beschlossenen Tourismuskonzeptes?

Erkner

… sei der Antrag der LINKEN zur Errichtung von Fahrradboxen für Radtouristen, sprach der CDU-Fraktionsvorsitzende Pilz im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauplanung, Natur- und Umweltschutz, Verkehr am 6. September und brachte einige Argumente vor: Es wäre nur wieder eine Forderung, um die Verwaltung zu beschäftigen. Es wären keine Kosten eingetragen. Es gäbe keinen Platz in der Stadt. Immer nur Argumente dagegen. Doch damit steht er gut in der Tradition der Verwaltung, die nur Gegenargumente für unsere Anträge hat. Wenn es sich nicht verhindern lässt, dass ein Antrag von uns positiv bewertet wird, dann wird uns entgegenet, das habe man bereits in Arbeit – in kleinen Schritten zwar, aber es geht!

Der Ausschussvorsitzende Trogisch (SPD) bat Dr. Schorcht als Einbringer um Auskunft, ob er nicht selber schon Erhebungen gemacht hat, um einen Bedarf für die Stadt Erkner zu ermitteln. Die Verwaltung hätte schon genug zu tun!

Ich sehe das so: Wir Stadtverordneten sind durch die Bürger gewählt. In Ihrem Auftrag sind wir als Ideengeber zur Umsetzung beschlossener Konzepte gefragt. Hier geht es um das Tourismuskonzept, das lange von den Stadtverordneten diskutiert wurde. Einige haben sich damit mehr als Andere beschäftigt, die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Verwaltung gesucht und teilweise gefunden, damit es ein gutes Konzept für die nächsten Jahre wird. Es ist sicher nicht perfekt, aber in den Jahren der Umsetzung einzelner Maßnahmen wird man Veränderungen erleben.

Hat früher jemand die Radtouristen in Erkner wahrgenommen? Wohl kaum. Unsere Radwege sind seit der Wende nur Stückwerk. Jetzt konnten wir wieder von der Verwaltung erfahren, dass die Suche nach Flächen für ganz „normale“ Fahrradständer im Bahnhofsbereich schwieriger ist als gedacht. Vielleicht sind wir schon wieder zu spät dran für die Herausforderungen, die Radverkehr und Radtourismus mit sich bringen. Deshalb ist es um so wichtiger, kleine Chancen aufzuzeigen und zu nutzen.

Das scheinen andere Stadtverordnete auch so zu sehen. Sie machten den Antrag nicht zur „Sau“ und haben die Diskussion mit eigenen Ideen bereichert (z.B. platzsparende Schließfächer fürs Gepäck).

Was die Kosten angeht, da ist die Stadt ja nicht so arm, wie es immer gesagt wird. Laut Kämmerin sprudeln die Steuereinnahmen nur so und die Ausgaben sind auch auskömmlich – was immer das heißt. Es gibt die 800.000 Euro fürs Mittelzentrum, die sichtbar gemacht werden können – z. B. in einer Fahrradbox oder Schließfächern, damit der Radtourist nicht nur durchradelt, sondern möglicherweise eine offene Gaststätte nutzt oder ein paar Euro in den kleinen und größeren Geschäften lässt. Vielleicht trägt er seine Erfahrungen dann weiter und empfiehlt unsere Stadt auf der Weiterreise.
Wäre doch schön, oder?

Andrea Pohl

Andrea Pohl
Mitglied der Fraktion DIE LINKE