03.04.2017
Erschienen in: DIE LINKE. in der Wetterau (Hessen)

Jobcenter drangsaliert Wohngemeinschaften

Der Wohnungsmarkt ist angespannt. Eine Wohnung zu finden, die nicht den Geldbeutel sprengt, ist schon für Normalverdiener schwierig. Muss jemand von Hartz4 oder Sozialhilfe leben, ist es fast unmöglich! Um nicht auf der Parkbank zu landen, gründen viele eine Wohngemeinschaft (WG).

Haben Sie schon mal versucht für 360 Euro Kaltmiete eine Wohnung zu finden? So teuer darf die Miete für eine Einzelperson mit Hartz4 oder Sozialhilfe sein. Das hat der Wetteraukreis mit seinen Mietobergrenzen so festgelegt. Dann bietet es sich an, mit jemanden zusammen zu ziehen. So könnte man zu zweit 720 Euro Kaltmiete ausgeben. Dafür kann man auf dem freien Wohnungsmarkt eher eine Wohnung finden.

Aber nicht mit dem Jobcenter Wetterau

Trotz der festgesetzten Mietobergrenzen hat das Jobcenter Wetterau für WGs eine interne Sonderrregelung festgelegt. Betroffene bekommen jetzt nur noch 280 Euro für die Kaltmiete. In der offiziellen Tabelle der Wetterauer Mietobergrenzen ist von dieser Regelung nichts zu finden.

Untermietverträge

Jetzt gäbe es noch die Möglichkeit, einen Untermietvertrag abzuschließen.Der zukünftige Untermieter beantragt beim Jobcenter eine Genehmigug für den Umzug und das Mietverhältnis. Diese müsste erteilt werden, wenn der Preis unter der Mietobergrenzen bleibt. Doch schon wieder spielt das Jobcenter Wetterau nicht mit. Bei Untermietverträgen muss auch der Hauptmietvertrag vorgelegt werden. Begründung: Der Hauptmieter könnte dem Untermieter zu viel Geld abnehmen. Nur seltsam, dass sich das Jocenter bei Hauptmietern gar nicht dafür interessiert, ob die Miete für eine " Bruchbude " gerechtfertigt ist. Wucherpreise von 20 Euro pro qm werden anstandslos gezahlt, solange die Mietobergrenze nicht überschritten wird. So kann eine winzige 1-Zimmer-Bude ruhig 360 Euro kosten.

Hauptsache mies...

Warum können so große Unterschiede gemacht werden? Es liegt daran, dass der Gesetzgeber "niedere Standards" für Hartz4-Wohnungen festgelegt hat. Wenn mit einer höheren Miete die Qualität der Unterkunft steigen würde, wäre das so schlimm?