09.07.2016
Mario Hausmann
Erschienen in: Erkner–ungefiltert (Erkner, Brandenburg)

Verkehrs­leitung gefährdet Erholungsgebiet

Erkner

„Erholungsgebiet Erkner erhalten“ – mit diesem Slogan warb unsere Fraktion im Jahr 2014 auf Plakaten zur Kommunalwahl in Erkner und traf damit genau den Puls der Zeit. Wir konnten viele Stimmen hinzu gewinnen, während die Sozialdemokraten ihre absolute Mehrheit verloren hatten.
Zwei Jahre später stehen wir weiterhin zu unserem Versprechen. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns u. a. bereits seit über einem Jahr mit dem Ziel, eine veränderte Verkehrsführung in Erkner Nord (Woltersdorfer Landstraße bis hin zum Bahnhof) zu erreichen. Damit einhergehend warben wir in der SVV um die Schaffung zusätzlicher Parkflächen am Bahnhof und um ein attraktiveres Umfeld in diesem Bereich.

Unfallschwerpunkt – Woltersdorfer Landstraße in Höhe der Shell-Tankstelle

Warum aber bedarf es einer veränderten Verkehrsplanung überhaupt? Zunächst einmal ist es nicht nur der Kreisel Richtung Friedrichstraße, der am Bahnhof bewiesenermaßen einen besonderen Unfallschwerpunkt darstellt. Gerade die Radwegeführung (etwa in Höhe der Shell-Tankstelle) wäre neu zu planen. Kaum ein Radfahrer aus Woltersdorf kommend kann seiner Gesundheit sicher sein, will er unbeschadet am Bahnhof ankommen. Diese Erkenntnisse zogen wir im Mai 2015 aus dem Bericht „Schwerpunkt Unfallgeschehen/Verkehrssicherheit in Erkner“, den der Leiter des Erkneraner Polizeireviers, Schwerin, im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauplanung, Natur- und Umweltschutz vorstellte.

Nach der vorüber­gehenden Schließung des ALDI-Marktes und dem schon etwas länger in der Vergangenheit liegendem Abzug der Postfiliale fristet in Erkner-Nord nur noch ein einziger, kleiner Supermarkt sein Dasein. Jüngst hat sich die ehemalige Arztpraxis von Herrn Dr. Wenkel in die Friedrichstraße verabschiedet. Ein Familienfriseur reduzierte jüngst seine Öffnungszeiten. Kurzum: Wir zwingen alt wie jung, gesund wie krank, motorisiert oder zu Fuß auf den Weg ins Stadtzentrum! Vorbei an gefährlichen Kreuzungen, hinein in eine verstopfte und laute Friedrichstraße. Eine Straße, die aus bekannten Gründen, nur an wenigen Stellen zum Verweilen einlädt. Einfache Sitzgelegenheiten fehlen an vielen Stellen in Erkner, selbst im neu errichteten City-Center findet man sie nur an einer Stelle und am Kurpark-Center stören solche offenbar gänzlich das Shopping-Vergnügen.

Nein, das hat mit Blick auf den demografischen Wandel und grüner Politik nichts zu tun!

Wir finden es sehr ermutigend, dass viele Erkneraner unseren Wunsch nach mehr Grün, weniger Lärm und Straßenchaos teilen, und zugleich ernüchternd, dass wir regelmäßig die einzige Fraktion in der SVV sind, die Anfragen und Anträge in den Sitzungen stellt. Denn selbst unseren Antrag zur Beauftragung einer Machbarkeitsstudie – also einer Prüfung durch externe Personen – wie man die Unfallschwerpunkte minimieren könnte, hat die verschweißte Gemeinschaft aus SPD und CDU im Mai 2016 abgelehnt! Lediglich die Stadtverwaltung zeigte hier Gesprächsbereitschaft. Es scheint, man möchte nicht, dass sich etwas ändert. Es ist einfacher, betroffen den Kopf zu schütteln, wenn man morgens beim Kaffee vom nächsten Unfall in Bahnhofsnähe in der Zeitung liest.

Die Fraktion DIE LINKE bleibt dran. Wir sind angetreten, um die schönen Flecken in Erkner zu erhalten und um „Schandflecken“ zu verschönern. Dafür sind wir da.

Mario Hausmann



Mario Hausmann
stellv. Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE,
Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauplanung, Natur- und Umweltschutz, Verkehr; parteilos; E-Mail: mario_hausmann@gmx.de