09.07.2016
Andrea Pohl
Erschienen in: Erkner–ungefiltert (Erkner, Brandenburg)

Ein Strandbad, ein Antrag und das Erwachen der Macht … Quatsch des Bürgermeisters!

Erkner

Liebe Leserinnen und Leser,
im Mai 2015 überraschte der Bürgermeister mit folgender Information die Stadtverordneten: „Durch die Stadt Erkner wird in diesem Jahr kein Badebetrieb an der Badestelle am Dämeritzsee eröffnet. Die Stadt sieht sich nicht in der Lage, den Verkehrssicherungspflichten, die sich aus der Eröffnung eines Badebetriebes ergeben, in ausreichendem Maße nachzukommen. Das Gelände der Badestelle, das als Freizeit- und Erholungsfläche auch weiterhin öffentlich genutzt werden kann, wird wie bisher durch die Stadt unterhalten und gepflegt. Ein Einsatz von Rettungsschwimmern oder sonstigem Aufsichtspersonal im Auftrag der Stadt ist jedoch nicht vorgesehen.“ (Amtsblatt, 4/2015, 15. 4. 2015)

Mehrkampfwettbewerb im Freibad am Dämeritzsee am 5. Mai 2007

Seitdem hat unsere Fraktion bei fast jeder Gelegenheit versucht mit Fragen und Anträgen wenigstens teilweise in den alten Zustand zurück zukehren, einschließlich der weiteren Zusammenarbeit mit der DLRG. Anträge wurde abgelehnt und Fragen unzureichend und teilweise beleidigend beantwortet. (O-Ton Bürgermeister: … ich habe schon 15-mal gesagt, dass es eine wilde Badestelle ist, hört DIE LINKE nicht zu?)

Das verstehe ich nicht. In Januar 2015 haben wir das Stadtentwicklungskonzept als Handlungsrahmen beschlossen. Darin steht: „Neben dem Sportzentrum befindet sich das Strandbad, welches in den nächsten Jahren modernisiert wird.“ Was stimmt denn nun?

Also habe ich als „Bürgerin“ in der Sitzung des Tourismusausschusses am 8. Juni 2016 noch einmal gefragt, ob es denn keine Möglichkeit gibt, das Strandbad wieder zu betreiben. Ich habe mir die Örtlichkeit vorher angesehen und einige Mängel aufgezählt. Ich wollte auch wissen, wie oft der Bauhof das Strandbad reinigt. Dazu konnte sich der Bürgermeister nicht äußern. Er sagte, schon sichtlich aufgebracht, dass er mir jetzt zum 16. Male erklärt, dass es eine „wilde Badestelle“ sei und die Stadt nicht so handeln könne, wie sie gern wollte. Außerdem (der Ton wurde schärfer!) sollte ich die Verwaltung nicht dauernd mit Fragen behelligen, sondern Lösungsvorschläge anbieten.

Einen hatte ich sogleich: Die Einnahmen aus einem Pachtvertrag sollten für die Beauftragung einer Firma genutzt werden, welche den Strand und das Strandbad in der Saison regelmäßig reinigen. Damit könnte der Bauhof entlastet werden. Vom Bürgermeister kam darauf keine Antwort mehr.

Zur SVV hatte unsere Fraktion einen entsprechenden Antrag gestellt. Und siehe da, nach meiner kurzen Vorstellung des Antrages erhob sich der Bürgermeister und erklärte, dass sie (die Verwaltung?) sich auch schon Gedanken gemacht haben und in bewährter Zusammenarbeit mit der Wohnungsgesellschaft werde der Eigenbetrieb Sportstätten zukünftig die Reinigung übernehmen. Dazu wird es einen Vertrag geben.

Wir haben unseren Antrag dann als erledigt betrachtet. Es ist kein Riesending, aber auch kleine Schritte führen zum Ziel. Der Ehrlichkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass ein Mitglied der CDU-Fraktion unser Anliegen teilweise unterstützt hat. Auch für ihn ist das Strandbad mehr als eine „wilde Badestelle“.

Wir bleiben dran!

Andrea Pohl

Andrea Pohl
1. Stellvertreter des Vorsitzenden der SVV Erkner; Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauplanung, Natur- und Umweltschutz, Verkehr; E-Mail: klematis@gmx.net