09.07.2016
Michael-E. Voges
Erschienen in: Erkner–ungefiltert (Erkner, Brandenburg)

Is ja noch mal jut jegangen …

Erkner

69,12 Euro hatte die Stadtverwaltung von jedem Sportverein haben wollen; für jede Stunde Training in einer Sporthalle oder auf einem Platz im Stadion. Egal ob Erkneraner Kinder üben oder die Erwachsenen. 69,12 Euro/Std. auch für den Schulsport – und selbst für Konzertveranstalter, die noch Gewinn machen wollen. Darüber hatte sogar die Presse berichtet.
Das konnte nicht richtig sein. Das war klar! Die Fraktion DIE LINKE hat sich also hingesetzt, die „Kalkulation“ der Stadtverwaltung zu prüfen. Doch Fehlanzeige! Zahlen konnte oder wollte die Verwaltung nicht liefern.

Unser Zwischenergebnis war klar: Alles muss so bleiben wie es ist! Ohne plausibles Zahlenwerk kann keine Neukalkulation in Frage kommen. Das haben wir in einem umfangreichen Papier im Einzelnen begründet. Bisher waren die Vereine zufrieden, konnten sozialverträglich ihre Beiträge gestalten. Einiges war in der Stadtkasse zur Kostendeckung dennoch zusammen gekommen. Und Unternehmen, die Gewinn machen wollten, hatten das zahlen müssen, was der Markt hergab. Kurzum: Eine Regelung, die im Interesse der Bürger und der Vereine lag.

Die CDU/SPD-Fraktion zeigte sich pikiert. Die Verwaltung konnte doch gar nicht falsch liegen. Egal, ob mit oder ohne Zahlen.
Und dass DIE LINKE recht hat, ging schon gar nicht. Obwohl: Sozial war das Ergebnis der Überlegungen der LINKEN schon …
Was also machen? Ganz einfach: Mit einem Federstrich alle Vereine und andere Nutzer, die nicht in Erkner ansässig sind, mit den doppelten Gebühren belasten. Sonst bleibt es bei dem, was bisher genommen wurde.
Das konnte man dann als „wohlabgewogenen“ eigenen Vorschläge verkaufen. Ein wenig Verwaltung, ein wenig LINKE, äh, pardon, sozial­verträglich, und schwupps stand ein „tolles eigenes“ Modell. Und man hat ja die Mehrheit, da kommt es auf eine nachvollziehbare Begründung so wie so nicht an. Und so kam es dann.

Ein bitterer Nachgeschmack bleibt: Folgt man schon den Überlegungen der LINKEN, dann sollte man das Ganze übernehmen und nicht ohne sachlichen Grund die Vereine und Sportler unserer Nachbargemeinden benachteiligen – nur um eigenes CDU/SPD-Profil zu zeigen.

Michael Voges

Michael E. Voges
Mitglied im Hauptausschuss; Mitglied im Ausschuss Finanzen, Haushaltsplanung, Wirtschaftsförderung, Tourismus;
E-Mail: mevoges@t-online.de