28.03.2017
Thomas Braune
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Karl Marx in der Karikatur ...

... und die Geschichte eines Marzahner Kunstsammlers

Hans Hübner vor Marx-Karikaturen in der Ausstellung
Marzahn-Hellersdorf

Unser 24. „Rotes Sofa“ stand ganz im Zeichen des 200. Geburtstages von Karl Marx im kommenden Jahr. Unser Marzahner Genosse und Kunstsammler Hans Hübner präsentierte seine Ausstellung „‚Grüß Gott! da bin ich wieder!‘ – Karl Marx in der Karikatur“. Hans Hübner feierte in diesem Jahr schon seinen 80. Geburtstag, wozu ihm das Abgeordnetenbüro und der Bezirksvorsitzende Norbert Seichter Blumen überreichten.
Die gezeigten Karikaturen stellen nur einen kleinen Einblick in seine Sammlung von über tausend Karikaturen dar, die Hübner über mehrere Jahrzehnte gesammelt hat. Zusammen mit Rolf Hecker und Shunichi Kubo hat er sie in einem Sammelband, erschienen im Eulenspiegel-Verlag, herausgegeben. Sein Buch über die Zeichnerin und kommunistische Widerstandskämpferin Helen Ernst, eine Biographie, präsentierte Hübner ebenfalls, bevor kurze historische Ausführungen zu den gezeigten Karikaturen folgten.
Hans Hübner kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken: 1937 im brandenburgischen Belzig als Sohn eines Eisenbahners geboren, absolvierte auch er zunächst eine Ausbildung bei der Deutschen Reichsbahn. 1958 begann der Literaturinteressierte dann eine Biblio-thekarslehre und wurde Leiter der Stadtbibliothek in Brandenburg an der Havel, wo er auch einen Zirkel schreibender Arbeiter organisierte. 1971 nahm er ein Fernstudium der Kulturwissenschaften auf. Seine Diplomarbeit schrieb er über den Malik-Verlag. In diesem Zusammenhang lernte er auch dessen Mitgründer John Heartfield kennen, der als Erfinder der politischen Fotomontage gilt und als Kommunist viele berühmte Fotomontagen auch gegen die Nazis anfertigte. Hans Hübner wurde schließlich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Bibliothekswesen. Um wieder mehr unter Leute zu kommen, ging er als „Kulturarbeiter“ an die Erdgastrasse „Drushba“, die als Projekt der DDR von der FDJ in der Ukraine gebaut wurde. Bis zum Ende der DDR arbeitete Hans Hübner in der wissenschaftlichen Zentralbibliothek der Gewerkschaft.
Das Abgeordnetenbüro Kittler/Schmidt wird sich dafür einsetzen, dass die Sammlung Hübners einen würdigen Aufbewahrungsort findet, falls sie irgendwann nicht mehr in seiner Marzahner Wohnung bleiben kann.