28.03.2014
Frank Dahmen
Erschienen in: Erkner–ungefiltert (Erkner, Brandenburg)

Wie ernst meinen Sie’s mit der Wahrheit?

Erkner

Antwort auf einen Leserbrief von Marko Gührke, Vorsitzender der SPD Erkner
Der Vorsitzende der SPD hat in den vergangenen zwei Ausgaben des Kümmels DIE LINKE wiederholt, wenn auch indirekt, der Lüge bezichtigt. Er hat den LINKEN wörtlich „Profilneurosen, Verschwörungstheorien und Paranoia" unterstellt.


Seine Erkenntnisse hat er offensichtlich bei seinem Besuch einer öffentlichen Parteiversammlung der LINKEN gewonnen, die er mit dem Ziel der offensichtlichen Provokation eine Woche vor der Veröffentlichung seines ersten Leserbriefs besucht hatte und dies, obgleich er dort auch noch freundlich und keineswegs feindselig empfangen wurde.


Ob es umgekehrt auch so gelaufen wäre? Zum Dank hagelt es nun seinerseits öffentlich üble und persönliche Beschimpfungen, die mindestens zwei Gründe haben könnten:

  1. Bei der SPD Erkner liegen die Nerven blank!
  2. Herr Gührke ist seinem Amt als Vorsitzender nicht gewachsen, denn sein Verhalten ist politisch stil- und instinktlos. Denn mit der Wahrheit hat er tatsächlich so seine Probleme und nicht nur er, sondern auch Bürgermeister Kirsch, die erkennbaren Scharfmacher in der SPD-Erkner.

Beispiel gefällig:
Wer „Kümmels Anzeiger“ vom 22. März aufmerksam gelesen hat, konnte dort im Amtsblatt der Stadt Erkner eine Pächter-Ausschreibung für ein Restaurant mit Kiosk im Sportzentrum Erkner entdecken. Mit anderen Worten, „Kurt’chens“ hat offensichtlich die Segel gestrichen, und DIE LINKE hat es kommen sehen.


Mehrfach wurde bei Planung und Bau des Sportzentrums unsererseits – auch von mir persönlich – die vorherige Erstellung eines Betreiberkonzepts angemahnt, eines für Bauvorhaben dieser Größenordnung durchaus üblichen Dokumentes. Das Betreiberkonzept sollte gewährleisten, dass sich das Center auch finanziell trägt und nicht – wie es sich jetzt abzeichnet – der Steuerzahler in ein Groschengrab investiert hat.


Es wurde angeregt, wesentlich bescheidener zu planen, um die Unterhaltungskosten des Sportzentrums niedrig zu halten. Frühzeitig wurde darauf hingewiesen, dass sich ein Restaurantbetrieb mangels Nachfrage an dieser Örtlichkeit vermutlich nicht dauerhaft trägt. Die Stabhochsprunganlage wurde als überflüssig kritisiert, ebenso der Sprecherturm für einen Stadionsprecher. "… Die in der vorliegenden Projekt- und Machbarkeitsstudie gezogenen Schlussfolgerungen sind nur teilweise richtig und erfordern eine wesentlich gründlichere und realistischere Betrachtung als bisher geschehen. Dazu wurde den Stadtverordneten bisher nicht ausreichend Gelegenheit gegeben. Dies gilt insbesondere für die Ausführungen zur Notwendigkeit eines unabhängigen gastronomischen Betriebs, zur Ausübung des Kegelsports bzw. zur Durchführung des Veranstaltungsbetriebs und den Umfang der Sanierung der Außenanlagen, …" (siehe „Erkner – ungefiltert 1-2009“, www.dielinke-oder-spree.de/fileadmin/los/erkner/Erkner-ungefiltert_PDF/Erkner-ungefiltert_2009-01.pdf)


Alle Bedenken wurden von der SPD und CDU-Mehrheit vom Tisch gewischt. Die Auslegung der SPD und des Bürgermeisters, die dann auch in verleumderischer Absicht nach außen kommuniziert wurde: Die LINKEN sind gegen das Sportzentrum.

Herr Gührke, ist das die Wahrhaftigkeit, die sie einfordern und die sie offensichtlich in ihrer Partei als gegeben ansehen?


Wir appellieren auch an die Nutzer des Sportzentrums Erkner, bei der Bewertung der dortigen Vorgänge weniger auf die vermeintlichen Wahrheiten der einen Seite zu hören und der anderen Seite nicht per Se schlechte Absichten und Destruktivität zu unterstellen. Wer 25 Jahre nach der „Wende" noch plumpe ideologische und populistische Unterstellungen verbreitet, treibt einen Keil zwischen die Menschen und ist ein Gegner der Einheit.


Frank Dahmen,
Kandidat für die SVV auf der Liste der LINKEN