28.03.2014
Rita-Sybille Heinrich
Erschienen in: Erkner–ungefiltert (Erkner, Brandenburg)

Engpass bei Kita- und Hortplätzen verlangt neue Anstrengungen

Erkner

Der Ausschuss für Bildung, Soziales, Jugend, Gleichstellung, Sport, Kultur der Stadt Erkner hatte auf seiner letzten Sitzung am 17. März 2014 eine umfangreiche Tagesordnung.


Ein Schwerpunkt war die Fortschreibung der Kita-Bedarfsplanung der Stadt. In einer wissenschaftlichen Analyse zeigte Roland Fröhlich von der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung Aufgaben für die kommende Legislaturperiode auf. Er schrieb den Verantwortlichen der Stadt ins Stammbuch, dass es kurz- und mittelfristig Handlungsbedarf gibt. Erkner hat mit der Kita „Wasserwichtel“ im Wohngebiet am Flakensee eine neue Einrichtung gebaut. Trotzdem fehlen in den nächsten Jahren – in der Spitze 2018/2019 – bei geringster Bevölkerungszunahme noch 75 Plätze. Sollten sich die Wunschzahlen des Bürgermeisters im Bevölkerungszuwachs erfüllen, würden sogar in diesem Zeitraum 120 Kita-Plätze fehlen. Verschärfend kommt hinzu, dass die Hort-Kita „Koboldland“ in den kommenden Jahren saniert werden muss.


„Gefragt sind daher nach wie vor flexible und fehlertolerante Lösungen“, heißt es in den Planungsunterlagen. Sondergenehmigungen für eine Überbelegung der Kitas, wie in den vergangenen Jahren üblich, lehnen wir dabei strikt ab. Sie gehen zu Lasten der Qualität der Betreuung und führen zu einer Überlastung des Personals. Die Studie schlägt vor, die steigende Zahl der Hortkinder auf gemischte Kitas zu verteilen. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Anteil der Hortkinder nicht mehr als ein Drittel umfassen sollte. Mit der Verteilung der Hortkinder auf die zugelassenen Kitas kann das Problem nicht allein gelöst werden. Die Plätze der 1- bis 6-jährigen sind bereits jetzt in fast allen Kitas gut belegt.


Die Idee, die Löcknitz-Grundschule zu einer Ganztagsschule weiterzuentwickeln, ist bereits in Angriff genommen worden. Das sichert aber nicht den Rechtsanspruch eines Schulkindes auf einen Hortplatz bis zur 4. Klasse. Die Kinder der 5. und 6. Klassen können schon jetzt nicht versorgt werden.


Ein Rückgang der Kinderzahlen und damit eine sinkende Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen wird nach der Analyse erst nach 2020/22 erwartet. Es muss jetzt ein Konzept erarbeitet werden, das flexible und bedarfsdeckende Lösungen beinhaltet. Um einen Erweiterungsbau zur Kita Koboldland oder gar den Neubau eines Mehrzweckgebäudes wird die Stadt nicht umhin kommen.


Aktuell gefragt ist ebenfalls eine Regelung für die Vergabe von Kinderbetreuungsplätzen. Gegenwärtig müssen sich Eltern, auch von noch ungeborenen Kindern direkt bei den Einrichtungen um einen Platz bewerben. Das führt zu vielen Wegen und Mehrfachanträgen. Die versprochene Abstimmung am Tisch der Stadtverwaltung findet nicht regelmäßig oder zu spät statt. Da werden bereits vor den Abstimmungen Absagen an die Eltern verschickt und im Rathaus wird mit den Schultern gezuckt, wenn verzweifelte Eltern Unterstützung suchen. Versorgt wird schon jeder – nur wo, das ist oft die Frage.


Die Fraktion DIE LINKE wird sich in der neuen Legislaturperiode der SVV schnell mit einer neuen Kita­satzung beschäftigen müssen, die durch Gerechtigkeit und Transparenz gekennzeichnet sein wird.

Rita-Sybille Heinrich,
Kandidatin für die Stadtverordnetenversammlung und den Kreistag Oder-Spree