06.02.2017
Redaktion
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Neubau oder nicht?

Fragen und Antworten zum den Plänen für ein neues Rathaus in Bernau/LINKE: Stimmen Sie beim Bürgerentscheid am 5. März 2017 mit NEIN!

Bernau/Barnim

In ihrer Sitzung am 13. Oktober 2016 beschloss die Bernauer Stadtverordnetenversammlung nach hitzigen Diskussionen mit breiter Mehrheit, die Planung und Realisierung des neuen Rathauses an der Ecke Bürgermeisterstraße/Grünstraße in der bisherigen Form fortzuführen, also mit einer gegenwärtigen Kostenschätzung in Höhe von 15,8 Millionen Euro. Im Folgenden sollen die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema beantwortet werden.


Warum braucht Bernau ein neues Rathaus?
Das über 200 Jahre alte Rathaus ist inzwischen viel zu klein. Die Verwaltung ist auf sieben Standorte in der Stadt verteilt. Die Folgen:
• lange Wege oder Umwege für die Bürgerinnen und Bürger bei Behördengängen, lange Wege auch für die Verwaltungsmitarbeiter
• die Gebäude sind nur teilweise barrierefrei zugänglich
• Platzmangel durch mehr Verwaltungsmitarbeiter, deren Anzahl durch den anhaltenden Bevölkerungswachstums gestiegen ist.
Kann man das derzeitige Gebäude in der Bürgermeisterstraße 25 zum neuen Rathaus umbauen?
Das vorhandene, 1965 errichtete, Gebäude eignet sich nicht dafür. Es ist zu klein. Laut einem Expertengutachten wäre es aufgrund der statischen Gegebenheiten äußerst unwirtschaftlich, dort eine Aufstockung vorzunehmen. Deswegen soll das Haus abgerissen und ein neues Gebäude errichtet werden.


Gibt es keinen anderen Standort für ein neues Rathaus?
Bei der mehr als zehnjährigen Diskussion um das neue Rathaus wurden mehrere Standorte betrachtet. Insbesondere ging es um das Gelände am sogenannten Ladeburger Dreieck („Krankenhausparkplatz“). Die vertiefende Standortuntersuchung ergab jedoch, dass die Innenstadt geschwächt würde, wenn das neue Rathaus an dieser Stelle gebaut würde. Ein Neubau in der Innenstadt wird die Innenstadt hingegen langfristig stärken. Die Mehrheit der Stadtverordneten entschied sich daher im Jahr 2013 für den Standort im Stadtzentrum.
Welche Vorteile bringt das neue Rathaus den Bürgerinnen und Bürgern?
Sie bekommen den gesamten Service ihrer Verwaltung in einem Gebäude. Neben den Stadtverordnetenversammlungen können in dem im Haus eingeplanten Multifunktionssaal vielfältige kulturelle und städtische Veranstaltungen stattfinden. Von der Dachterrasse können Sie den Ausblick auf Bernau genießen.


Wurden die Bürger einbezogen?
Die Diskussion um ein neues Rathaus für Bernau wird seit mehr als 10 Jahren öffentlich geführt. Es wurden zwei Architekturwettbewerbe durchgeführt, mehrere Workshops mit Bürgerbeteiligung und eine Untersuchung zum Standort. Im Ergebnis des zweiten Architekturwettbewerbes wählte eine Jury im Herbst 2014 einstimmig den jetzigen Entwurf für das neue Rathaus. Anschließend gab es eine Ausstellung mit allen Rathaus­entwürfen, die mehrere Wochen öffentlich besichtigt werden konnte.


Was passiert mit dem historischen Rathaus?
Das Rathaus am Marktplatz wird weiter genutzt, beispielsweise für Trauungen. Außerdem werden der Bürgermeister und die ihm direkt zugeordneten Bereiche weiter im alten Rathaus arbeiten.
Weshalb gibt es eine Kostensteigerung von 9,8 Millionen auf 15,8 Millionen Euro?
Noch im Architekturwettbewerb 2014 war man von 9,8 Millionen ausgegangen. Dieser Kostenansatz war zu gering und laut Bürgermeister André Stahl „schlicht und ergreifend falsch“. Mit der nun vorliegenden Vorplanung ist erstmals eine realistische Kostenschätzung möglich. Durch die Kostensteigerung bei den Baupreisen und zusätzliche Änderungen wie die Einrichtung einer Dach­terrasse und eines Multifunktionssaals sowie einem deutlich höheren energetischen Standard steigen die Kosten um rund 1,4 Millionen €.


Sind 15,8 Millionen € zu viel?
Die ermittelten Kosten liegen im durchschnittlichen Bereich für ein Büro- bzw. Verwaltungsgebäude mit mittlerem Standard.


Zahlt die Stadt diesen Neubau ganz alleine?
Die derzeit geschätzt 15,8 Millionen € minimieren sich um mindestens 1,7 Millionen € Fördermittel von Bund und Land. Weitere Förderungen von 4 Millionen € sind beantragt.


Werden wegen des Rathausneubaus andere geplante Bauvorhaben nicht realisiert?
Natürlich kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden. Fakt ist: Für alle bislang von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Bauvorhaben sind die entsprechenden Gelder im Haushalt eingeplant. So sind zum Beispiel in den kommenden Jahren der Bau einer neuen Kita, der Bau der Entlastungsstraße und diverse Instandhaltungsmaßnahmen an Schulen und Kitas vorgesehen. Auch bei den freiwilligen Leistungen (z.B. Zuschüsse für Kultur-, Sport- und soziale Vereinsarbeit) sind keine Änderungen geplant.


Wann soll das Rathaus stehen?
Im kommenden Frühjahr soll das Haus in der Bürgermeisterstraße 25 abgerissen und anschließend mit dem Neubau begonnen werden. 2020 soll das neue Rathaus bezogen werden.


Wurde an die Sicherheit der benachbarten Gebäude gedacht?
Schon in der Vorplanung wurden Sicherungsmaßnahmen der Umgebungsbebauung berücksichtigt. Der Zustand der Nachbargebäude soll dokumentiert werden. Es wurden frühzeitig Statiker und Bodengutachter einbezogen. Auch für archäologische Untersuchungen sind Gelder geplant.


Wo findet man die Ämter, die jetzt in der Bürgermeisterstraße 25 arbeiten?
Sie ziehen für die Bauzeit in die Zepernicker Chaussee 45.


Wird die Bürgermeisterstraße während der Bauarbeiten zur Baustraße?
Nein, die Anfahrt der Baufahrzeuge ist über die Tuchmacherstraße und die Grünstraße vorgesehen. Die Abfahrt erfolgt über die Mühlenstraße (um das Mühlentor herum). Die Bürgermeisterstraße bleibt geöffnet und kann bis zum Bauzaun am oberen Ende des Laubenganghauses wie bisher für Märkte und Veranstaltungen genutzt werden. Auch der größte Teil des Marktplatzes soll weiter zur Verfügung stehen. Für Fußgänger wird es einen Durchgang von der Bürgermeisterstraße zur Mühlenstraße/Kirchgasse geben. Alle Geschäfte in der Bürgermeisterstraße und am Marktplatz bleiben weiter zugänglich.