30.01.2017
Thomas Braune
Erschienen in: Marzahn-Hellersdorf links (DIE LINKE. Berlin, Berlin, Berlin)

Gedenken auf dem Parkfriedhof Marzahn

Stele zum Gedenken an Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter
Marzahn-Hellersdorf

Am 21. Januar fand am Denkmal zur Erinnerung an die Opfer der Zwangsarbeit 1939–1945 auf dem Parkfriedhof Marzahn die Gedenkveranstaltung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar statt. Bezirksverordnete aller Fraktionen sowie Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle und die Marzahn-Hellersdorfer Abgeordneten Regina Kittler, Manuela Schmidt und Kristian Ronneburg nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. Nach den einleitenden Worten durch den Vorsitzenden des Heimatvereins Wolfgang Brauer und den stellvertretenden Vorsteher der BVV, Klaus-Jürgen Dahler (DIE LINKE), hielt die Wahlkreisabgeordnete für Marzahn-Mitte und Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses, Manuela Schmidt, ihre Rede zum Gedenken.
Manuela Schmidt ging in ihrer Rede besonders auf die Sinti und Roma ein, die im Zwangslanger Marzahn – von den Nazis euphemistisch als „Zigeunerrastplatz“ bezeichnet – interniert waren. 1938 wurde ein großer Teil der internierten Männer im Zuge der „Aktionen gegen Asoziale“ im Februar und im Juni bei der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Nach der Auflösung des Lagers im März 1943, wurden die Internierten in das „Zigeunerlager Auschwitz“ deportiert, wo die meisten ermordet wurden.
Sinti und Roma werden noch immer diskriminiert, beklagte Manuela Schmidt. So fordern Vertreter*innen der AfD, Sinti und Roma in Statistiken als solche zu bezeichnen. Hoffnung schöpft sie hingegen, wenn sich Jugendliche mit den Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft beschäftigen. So geschehen beim Jugendforum denk!mal, das im Januar unter der Überschrift „Nichts ist verloren – wenn Du es erzählst!“ zum 14. Mal im Abgeordnetenhaus stattfand. Manuela Schmidt lobte die kreativen Projekte, die in vielfältiger Weise an die Opfer des Nationalsozialismus – dieses Mal besonders an die Sinti und Roma – erinnern und wie sich Jugendliche starkmachen „gegen die heutigen Formen von Rassismus und Diskriminierung und für eine bunte und tolerante Gesellschaft.“
Sie bedankte sich zudem bei Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, die das Jugendforum denk!mal 2016 mit ihrer Familiengeschichte begleitet hat und hob ihre Verbindung zum Ort des Gedenkens auf dem Parkfriedhof hervor.
Mit Worten der Hoffnung beendet Manuela Schmidt ihre Rede: „Es sind genau solche Erfahrungen, die mir Hoffnung machen. Hoffnung, dass das tausendfache Leid, der Völkermord an den Sinti und Roma in der Zeit des Faschismus nicht vergessen werden. Und es ist die Hoffnung und zugleich die Erwartung, dass wir auch heute gemeinsam für ein buntes, tolerantes und vielfältiges Berlin einstehen, wo Rassismus und Diskriminierung keinen Platz haben.“