01.11.2016
Redaktion
Erschienen in: Offene Worte (Virtuelle AG Offene Worte, Eberswalde, Brandenburg)

Baukosten erhöhen sich drastisch

Rathausneubau in Bernau: LINKE favorisiert die weitere Planung

er Kauf des Grundstückes vor einigen Jahren wurde von harschen Diskussionen begleitet: Eine gute Lage für einen neuen Verwaltungssitz – aber kann sich die Stadt die gestiegenen Baukosten in der Innenstadt leisten? Investiert sind bereit 6 Millionen Euro.
Barnim/Bernau

Die Bernauer Linksfraktion steht weiter zum Rathaus-Neubau, erklärte die Fraktionsvorsitzende Dr. Dagmar Enkelmann nach der Stadtverordnetenversammlung im September. „Auch wir waren entsetzt, als wir von der massiven Kostensteigerung für das neue Rathaus erfahren haben. Der noch unter Bürgermeister Hubert Handke durchgeführte zweite Wettbewerb ging von deutlich zu geringen Baukosten aus. Das rächt sich nun, darf aber nicht dazu führen, das Neubau-Projekt in Frage zu stellen“, kommentiert Enkelmann die Diskussionen zum Rathausbau. Die Vorsitzende der Linksfraktion betonte, dass Bernau ein neues Rathaus brauche. Die Arbeitsbedingungen der Verwaltung in den engen Räumlichkeiten und an den vielen Standorten müssten dringend verbessert werden, so Enkelmann. Auch für die Bürgerinnen und Bürger Bernaus sei ein gebündelter Verwaltungsstandort vorteilhaft.
„Wir sind noch in der Vorplanung. Die Verwaltung informiert transparent über die Zwischenschritte. Die nunmehr vorliegenden Mehrkosten müssen genau unter die Lupe genommen werden. Das betrifft nicht nur den zu geringen Kostenansatz im damaligen Wettbewerb, sondern auch die Baukostensteigerungen und die konkrete Ausgestaltung der Planung. Diese Prüfung sollten wir als Stadtverordnete ganz sachlich und ohne Schaum vorm Mund angehen“, empfiehlt die Linkspolitikerin.
In der jetzigen Phase die Planungen abzubrechen und über einen neuen Standort nachzudenken, wäre schwierig. Es sind bisher bereits 1,885 Millionen € für Planungen und 1,3 Millionen € für das Grundstück in der Bürgermeisterstraße 25 ausgegeben worden. Nun sollen aus den ursprünglich mit 10 Millionen € angesetzten Gesamtkosten 15,8 Millionen € werden – allerdings auch mit Zusätzen wie zum Beispiel einer öffentlichen Terrasse.
Bürgermeister André Stahl hat zwar die Ursprungsplanung nicht zu verantworten, stellt aber ganz eindeutig klar, dass er sich an die Interessen der Mehrheit der Bernauerinnen und Bernauer gebunden fühlt. „Es gibt den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zu diesem Neubau. Hier wird auch darüber entschieden, wie mit den Kostensteigerungen umgegangen wird. Sollte ein angekündigtes Bürgerbegehren zu einer anderen Einstellung führen, wird Planung und Bau eben gestoppt“, so Stahl. Aber er favorisiert die Fortsetzung des jetzigen Projektes. „Bürgerbeteiligung am Beginn eines solchen Projektes wäre gut gewesen. Aber die politisch Verantwortlichen haben es damals nicht gewollt. Jetzt sind wir bereits mitten in der Ausführung, da ist es hilfreich nach vorn zu schauen“.
Bisher war geplant, die Gesamtkosten mit einem Investitionskredit von 2,3 Millionen € und einem Förderkredit von 8,7 Millionen € zu finanzieren und darüber hinaus Fördermittel in Anspruch zu nehmen. „Jedem muss bewusst sein, dass ein Rathaus-Neubau an anderer Stelle und 3 Jahre später kaum zu geringeren Kosten zu haben sein wird. Der Vermögensschaden für die Stadt dürfte sich dann nämlich durch entgangene Fördermittel und bereits entstandenen Kosten auf bis zu 6 Millionen € summieren“, erläutert Bürgermeister André Stahl warum er für eine Weiterplanung des Rathaus-Neubaus ist.