16.04.2014
Mario Hausmann
Erschienen in: Erkner–ungefiltert (Erkner, Brandenburg)

DIE RUHE WEG.

17. Internationaler Tag gegen Lärm am 30.04.2014

Erkner

Unsere lebenswerte Stadt hat ihren EinwohnerInnen und TouristInnen aus dem nahen und fernen Umland einiges zu bieten. Die seen- und waldreiche Umgebung, die Angebote rund um Gerhart Hauptmann und unzählige Einkaufsmöglichkeiten sind nur drei Highlights. Angesichts schwieriger Herausforderungen gilt es die grüne Lunge und den Status als Touristenmagnet zu bewahren und weiter zu fördern. Hierbei ist eines der am meisten belastenden Probleme für uns ErkneranerInnen der Umgang mit den verschiedensten Lärmquellen:

Von der Straße

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Friedrichstraße und der Rudolf-Breitscheid-Straße sind bereits durchgesetzt. Durch den Bau des CityCenters in der Friedrichstraße wird jedoch kaum jemand zu Geschäftszeiten das Limit von 30 km/h mit dem Auto erreichen können. Es besteht die Gefahr von Verkehrsinfarkt und dauerhaft versmog­ter Atemluft. Ein Lärm und Emissionen verminderndes Konzept muss also her.
Auch bedingt durch den sechsspurigen Ausbau der Autobahn A 10 ergeben sich zukünftig deutlich höhere Lärmbelastungen, zumal die früher gültige Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben wurde.

Von der Bahn

Mit Bahnlärm haben nicht nur die AnwohnerInnen, wie z. B. in der Bahnhofsiedlung oder der Gerhart-Hauptmann-Straße zu kämpfen. Zu jeder Tag- und Nachtzeit reißen durchfahrende Güterzüge die Anwohner und Fahrgäste aus ihren Gedanken oder gar aus ihrem Schlaf. Daher ist für Reisende ein schallgeschütztes und beheiztes Wartehäuschen in beide Richtungen der Bahnsteige dringend erforderlich.
Am schlimmsten aber trifft es die genannten AnwohnerInnen der Bahnlinien. Für sie sind die bisher vorhandenen Schallschutzwände nur bedingt hilfreich. Eine Reduzierung der Geschwindigkeit von durchfahrenden Güterzügen könnte eine Lösung sein. Aber geht das noch? – siehe Seite 3. Dies ist bereits gängige Praxis in Berlin, wo eine Durchfahrbegrenzung besteht. Diese wird jedoch ab der Landesgrenze zu Brandenburg deutlich erhöht. Den Krach kriegen also – wie beim Lärm aus der Luft – in erster Linie die BrandenburgerInnen ab!

Aus der Luft

Sofern Sie durch den Lärm von der Straße oder der Bahn bislang nicht angesprochen wurden, so werden Sie sich dem Krach aus der Luft mittelfristig nicht entziehen können. Zugegeben: Diese Lärmquelle ist momentan noch zu ertragen. Der ein oder andere hat jedoch sicherlich schon in der halben Stunde nach 22 Uhr zum Himmel geblickt und sich gefragt: „Was ist denn dort oben los?“. Liebe Leserin, lieber Leser, es ist ein Vorgeschmack auf die Zeit nach der Eröffnung des BER.
Ministerpräsident Woidtke (SPD) erklärte noch im Bundestagswahlkampf 2013 in Schön­eiche: „Mehr Nachtruhe am BER wird es nur mit der SPD in der Bundesregierung geben.“ Wie sich inzwischen herausgestellt hat, eine glatte Lüge. Wahlversprechen bisher nicht gehalten!
Schon seit Jahren behandelt die SPD mit Bürgermeister Jochen Kirsch das Thema „Fluglärm“ nur mit angezogener Handbremse, trat zuletzt gar aus der Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden aus und auf Drängen der LINKEN wieder ein. Jegliche Erwähnung des Themas „Fluglärm“ im SPD-Wahlprogramm ist daher reine Wahlkampftaktik und unglaubwürdig.

Am 30. April findet der inzwischen 17. Internationale Tag gegen Lärm statt. Die Fraktion DIE LINKE möchte mit Ihnen in der Zeit zwischen 16 und 19 Uhr an einem Informationsstand am REWE-­Markt in der Friedrichstraße unter dem Motto „Die Ruhe weg.“ über die Lösung des Problems diskutieren.
Kein Motto beschreibt treffender das zaghafte Vorgehen der großen Koalition auf Bundesebene und in Berlin, aber auch die Politik der verantwortlichen Sozialdemokraten in Erkner.


Mario Hausmann,
parteilos; Sprecher der Initiative Erkner gegen Lärm;
Kandidat zur Kommunalwahl am 25. 5. für die Stadtverordnetenversammlung Erkner auf der Liste der LINKEN