21.11.2016
Erschienen in: DIE LINKE. in der Wetterau (Hessen)

Jobcenter verschärfen Hartz4- Situationen

Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt: Die standardisierten Fallberatungen im Jobcenter führt dazu, dass sich die Situation der Betroffenen häufig sogar verschlechtert.

Dirk Kratz von der Universität Hildesheim untersuchte, welche Hilfen für Langzeitarbeitslose sinnvoll sind, um wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. In „Zeit-online“ stellte er die Untersuchung vor. Das Ergebnis: Das übliche Vorgehen der Jobcenter richtet eher Schaden an und macht mehr kaputt, als das es hilft.

Eines der wesentlichen Probleme besteht in der Entwertung der bisherigen Berufsbiographie durch das Jobcenter. Qualifikationen und Abschlüsse werden nach einiger Zeit aus dem Profil des Arbeitslosen entfernt.Die beruflichen Erfahrungen werden als Defizit angesehen. Jobcenter gehen grundsätzlich davon aus, das ein Mangel an Fähigkeiten Ursache der Erwerbslosigkeit ist. Deshalb werden die Betroffenen oft in unpassende Maßnahmen gesteckt; wie Rechtschreibkurse oder das x-te Berwerbungstraining. Da diese „Qualifizierungsmaßnahmen“ häufig nicht funktionieren und kein Job gefunden wird, führt das zu einer Entfernung vom Arbeitsmarkt.
Die Berufserfahrung veraltet, das Selbstbewusstsein leidet, die Arbeitslosen finden noch schlechter einen Job.