17.11.2016
Erschienen in: DIE LINKE. in der Wetterau (Hessen)

400 Personen auf der Warteliste

Bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Friedberg warten 400 Menschen auf eine Wohnung. Der Bürgermeister ist stolz, dass die Stadt jetzt 16 Mietwohnungen baut.

Im Frühjahr 2017 sollen in Friedberg, Tepler Straße, 16 Mietwohnungen fertig gestellt sein. Sie werden für 7,50 Euro pro Quatratmeter vermietet. Bürgermeister Keller stellt sich vor, dass dort Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen wohnen sollen. Besonders bedürftig seien Menschen mit mittleren Einkommen. Sie hätten keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung, so Keller.

Auf welchem Stern lebt der Bürgermeister?

Was Keller offensichtlich noch nicht mitbekommen hat: Weit über 40 000 Menschen haben in Hessen Anspruch auf eine Sozialwohnung. Aber sie bekommen keine, weil es viel zu wenige gibt! Auch in Friedberg stehen 400 Menschen auf der Warteliste der WoBau.

16 Mietwohnungw sind bei Weitem nicht ausreichend!

Und auch das hat der Bürgermeister nicht mitbekommen: Wer prekär beschäftigt ist, wer seinen Hungerlohn beim Jobcenter aufstocken muss, für den sind 7,50 Euro Miete zu teuer. Die Mietobergrenzen des Wetteraukreises sehen für Friedberg weniger als sechs Euro pro Quatratmeter vor! Eine Teilzeitkraft im Krankenhaus, ein Gebäudereiniger mit 8,50 Euro Mindestlohn können diese Wohnungen nicht mieten.

In der Wetterauer Zeitung vom 18.August malte Bürgermeiter Keller ein heiteres Bild: In den nächsten Jahren sollen weitere "preisgünstige" Mietwohnungen entstehen. Er spricht von 9,50 Euro Miete pro Quatratmeter. Die Zahl der geplanten Wohnungen nennt er nicht. Aber sucht bereits nach privaten Investoren.

Kommunen müssen Sozialwohnungen bauen!

Nun ist man ja schon froh, das überhaut Mietwohnungen gebaut werden. Doch nötig sind Sozialwohnungen! In größerer Zahl! Wohnungen mit niedrigen Mieten erreicht man jedoch nicht mit privaten Investoren. Das geht nur, wenn ohne Provitinteressen kommunal gebaut wird.