09.10.2016
Ines Nowack
Erschienen in: Märkische Linke (LINKE Ostprignitz-Ruppin, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg)

Fehrbellin ist weltoffen

Protzen
Begeisterte Sternfahrt durch Fehrbellin

Toleranz bedeutet duldsam sein, aber auch großzügig, weitherzig, gleichberechtigt und respektvoll. Das wissen bereits die Grundschülerinnen und -schüler der Johann-Heinrich-Bolte-Grundschule in Fehrbellin, wie sie am Samstag, den 17.09.2016 bei der 6. Tour de Toleranz bewiesen. Ihr Wissen stellten sie auf Plakaten dar, die sie offen ausstellten. Genauso brachten sie in Liedern und Gedichten ihre Haltung zur Vielfalt zum Ausdruck. Damit entsprachen sie exakt dem Motto der Tour: »Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern«.

Schüler der Oberschule Am Rhin gestalteten eine Ausstellung zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Dabei hatten sie auch die Geschichte des »Arbeitserziehungslagers«, welches während der NS-Zeit in Fehrbellin bestand, erkundet.

Die Organisatorinnen und Organisatoren vom Aktionsbündnis »Fehrbellin bleibt bunt« waren im Vorfeld gespannt, ob dieses Motto überhaupt umsetzbar ist. Umso erfreuter waren sie, wie selbstverständlich die gelebte Offenheit der Fehrbelliner auch in dieser Tour zum Tragen kam. Der Ortsvorsteher der Stadt Fehrbellin, Herr Sternbeck, lobte in seiner Eröffnungsrede die Fehrbellinerinnen und Fehrbelliner für ihre Bereitschaft, Geflüchtete zu unterstützen, verurteilte aber auch scharf jede Form von Ausgrenzung und Intoleranz.


Dass Fehrbellinerinnen und Fehrbelliner mit vielen Dingen zur Veränderung der Welt beitragen, davon konnten sich die ca. 40 Radfahrer, die mehrere Stationen in Fehrbellin abfuhren, mehr als deutlich überzeugen. Ob es der freiwillige Feuerwehrmann ist, der in seiner Freizeit Menschenleben rettet, oder die Menschen, die mit Stolpersteinen Erinnerungen wachhalten, oder der Fallschirmspringer, der mit der Peace-Fahne über Fehrbellin kreiste, sie alle zeigten am Samstag, wie sie Fehrbellin mitgestalten.

Überall, wo die Tour-Teilnehmer Station machten, waren die Türen für sie offen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft, von Religionszugehörigkeit oder Bildung, von eventuellen Behinderungen oder sonstigen individuellen Merkmalen. Aber auch die Tour-Teilnehmer hinterließen bleibende Spuren, mit denen sie entsprechend ihrer Möglichkeiten die Welt veränderten. So bepflanzten sie die Rabatte am Mahnmal für die Opfer des Faschismus und gestalteten die Giebelwand der Oberschule Am Rhin mit Symbolen für Frieden und Vielfalt.

Beim gemeinsamen Tanz mit den Tänzerinnen der Oberschule und beim gemeinsamen Essen intensivierten sich die Kontakte und der Wunsch nach einer siebten Tour.
Vielen Dank an alle, die dazu beitrugen, dass diese Tour solch ein Erfolg wurde.