05.10.2016
Hans Weiske
Erschienen in: Mittelsächsische LinksWorte (Mittelsachsen, Sachsen)

Alte Baumwolle soll Flöhas neues Stadtzentrum werden

Die ehemalige Baumwollspinnerei

Vor einem Jahr - im August 2015 - nahm Volker Holuscha als erster Oberbürgermeister der LINKEN in Mittelsachsen seine Arbeit im Rathaus auf, nachdem er im 2. Wahlgang einen eindrucksvollen Erfolg über den Kandidaten der CDU einfahren konnte. Wir haben damals ausführlich darüber berichtet.

Volker Holuscha hat sich in unserer Zeitung als langjähriger Vorsitzender der LINKSfraktion im Stadtrat von Flöha wiederholt sachlich, aber auch kritisch zu Wort gemeldet. Im Februar schrieb er für die LinksWorte einen Standpunkt zur Flüchtlingsfrage: “Wir schaffen das - ist es wirklich so?”. Im März schließlich trafen wir uns mit ihm und zogen wir in dieser Zeitung eine erste Bilanz seiner damals mehr als halbjährigen Tätigkeit als Oberbürgermeister. In diesem Zusammenhang wiederholte er sein Credo, aus ganzem Herzen LINKER zu sein, was ihn nicht daran hindere, zugleich ein Bürgermeister für alle Bürger sein zu wollen.

Aus Anlass seiner einjährigen Dienstzeit als Oberbürgermeister erschien in der Flöhaer Regionalausgabe der “Freien Presse” ein ausführliches Interview mit dem Stadtoberhaupt der LINKEN. Das haben wir zum Anlass genommen, uns erneut mit Volker Holuscha zu treffen und einige dort angesprochene Fragen aus “linker Sicht” zu vertiefen.

Einen der absoluten Schwerpunkte der Arbeit seiner Stadtverwaltung neben der Wirtschaftsförderung sieht Volker Holuscha in der konzeptionellen Stadtentwicklung bis in das Jahr 2030. Dabei bildet die Vision der Alten Baumwolle als neues Stadtzentrum von Flöha den Kern. Deshalb haben wir auch darüber mit dem Stadtoberhaupt der LINKEN gesprochen.

Ehrlich gesagt, es braucht etwas Fantasie, sich beim Blick auf das Titelbild unserer heutigen Zeitung an dieser Stelle das neue Stadtzentrum von Flöha vorzustellen, auch wenn die Verbindungsstraße im ehemaligen Betriebsgelände den Namen „Markt“ trägt. Aber die seit 1994 - da stellte die Baumwollspinnerei ihre Produktion ein - entwickelte Vision lebt weiter, wenn auch inzwischen mit ziemlich gebremstem Schaum.

Bereits im September 2008 haben wir unter der Überschrift „Flöha - eine Stadt sucht und findet ihre Mitte - hoffentlich!“ darüber berichtet. Damals war der Wasserbau - in welchem auch schon Kreisdelegiertenkonferenzen der LINKEN stattfanden - seit zwei Jahren fertiggestellt. Inzwischen kann nur noch der Einzug der „Baumwollzwerge“ in eine der schönsten und die größte Kindertagesstätte vor zwei Jahren und die Gestaltung der Freifläche zwischen dem Neu- und dem Wasserbau auf der Habenseite verbucht werden.

Seit Jahren - so Volker Holuscha in unserem Gespräch - geht es nicht mehr richtig voran. Ich kann mich erinnern, wieviel Optimismus der ehemalige Oberbürgermeister Fritz Schlosser im Jahr 2007 versprühte, als er mir gegenüber ankündigte, dass er nach seiner Pensionierung mit seinen Enkeln und viel innerer Freude über die neue Mitte von Flöha spazieren wolle. Schlosser ging im vergangenen Jahr in Rente. Und das Erbe liegt bei Volker Holuscha.

Wie soll es weitergehen? Seit 2012 besteht Baurecht für ein Handelszentrum im Neubau. Aber der potenzielle Investor scheint die Stadt - wie übrigens schon in den 90er Jahren seitens anderer Investoren zweimal passiert ist - an der Nase herumzuführen. Volker Holuscha kündigt an, dass es im Herbst noch eine letzte Beratung seinerseits geben wird, bei negativem Ausgang muss neu entschieden werden. Für den Umzug des Rathauses in das Verwaltungsgebäude mit dem markanten Turm liegt die Baugenehmigung ebenfalls vor. Für den so genannten Oederaner Bau in der Mitte der großen Freifläche und die drei Altbauten am Park sucht die Stadt Flöha Partner und private Investoren zur Entwicklung dieser besonders wichtigen Teile des neuen Stadtzentrums.

Übrigens: Zur Zukunft der drei Altbauten entlang des Parks läuft ein studentischer Architekturwettbewerb.

Hinweis

Die gesamte August-Ausgabe der LinksWorte ist unter

www.linksworte-mittelsachsen.de/ausgaben/108.pdf zu finden. Frühere Ausgaben sind archiviert unter

www.linksworte-mittelsachsen.de/archiv.html .