27.04.2017
Heiner Bäther
Erschienen in: Neussletter (Rote Reporter RKN, Neuss, Nordrhein-Westfalen)

Sozialer Wohnungsbau NRW:

Landesregierung blendet Realität aus

DIE LINKE Rhein-Kreis Neuss / Grevenbroich

NRW-Bauminister Groschek (SPD) sieht den sozialen Wohnungsbau in NRW auf Rekordkurs. Mit 11.000 geförderten Wohnungen wären die Werte der vergangenen Jahre deutlich übertroffen

worden. Ende der Siebziger Jahre gab es mehr als 1,6 Millionen Sozialwohnungen in NRW.

Aktuell weisen die Zahlen nur noch 476.000 Sozialwohnungen aus.

Eine verfehlte Wohnungsbaupolitik, die über Jahre von den Landesregierungen in NRW betrieben

wurde, trägt zu einer besorgniserregenden Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt bei. Gerne weist

Groschek daraufhin, dass in den letzten drei Jahren jeweils ca. 42.000 neue Wohnungen gebaut

wurden. Dabei beläuft sich der aktuelle Bedarf auf ca. 400.000 Wohnungen. Die Katastrophe ist

hausgemacht. Steigende Mieten und Kaufpreise sind die Folgen. Viele Wohnungsbauexperten

warnen davor, dass sich Angebot an günstigen Wohnungen bis zum Jahr 2030 halbieren wird.

Die Zeche zahlen Menschen mit geringem Einkommen. Es besteht die Gefahr, dass neue „Gettos“

mit all den damit verbundenen sozialen Problemen entstehen. Menschen, die auf günstigen

Wohnraum angewiesen sind, werden zunehmend aus den Ballungsgebieten vertrieben und ziehen in

„günstigere“ Umland.

Durch die Privatisierung tausender Wohnungen der Landesentwicklungsgesellschaft LEG, wurden

bis 2010 wurde „wohnen“ den „freien Spiel des Marktes geopfert. Auch dies war eine Folge, dass

in den Ballungsräumen wie Köln oder Düsseldorf sind in den letzten Mietsteigerungen bis zu 30 %

zu beobachten.

Die LINKE NRW fordert daher, die Einführung einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit, die

Stärkung der kommunalen Wohnungsaufsicht, die Förderung von Stadtumbaukonzepten die die

Menschen daran beteiligt. Auch die Wiedereinführung der Gemeinnützigkeit für

Wohnungsgesellschaften ist ein wichtiger Schritt um die Wohnungsnot und die damit verbundenen

sozialen Probleme zu bekämpfen.

Zu diesem Thema veranstaltete der Kreisverband DIE LINKE Rhein-Kreis Neuss, am Mittwoch den

26.04.17, in der Zeit von 14:00 – 17:00 h. Die Aktion „Miethaie zu Fischstäbchen“ Am Markt in

Grevenbroich. Die Direktkandidatin für den Wahlbezirk Grevenbroich, Dormagen und

Rommerskirchen, Anne Rappard stand während dieser Zeit für Fragen, Anregungen und Kritik zur

Verfügung. Natürlich wurden auch Fischstäbchen zum Verzehr angeboten.